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    Der Abt Boyng und sein Wirken in Ihlow

 

Im Jahr 1412 entsandte das Generalkapitel der Zisterzienser den Abt Boyng zu Menterna, einem Kloster in der Nähe von Termunten (Niederlande), das dieser zuvor bereits erfolgreich reformiert hatte, nach Ihlow. Man bestätigte ihn in Ihlow als neuen Abt, der die Disziplin auch in dem Ihlower Kloster wiederherstellen sollte, da ein Verfall der Sitten und ein Abweichen von den strengen Regeln der Zisterzienser zu beobachten war.

Boyng hatte die schwere Aufgabe, die Klöster, die an Disziplinlosigkeit litten, in politische Kämpfe verwickelt waren und wo Konflikte zwischen den Laienbrüdern und den Mönchen schwelten, zur Ordnung zurückzuführen. Die Reformanliegen waren die Verwirklichung der persönlichen Armut und der gemeinsamen Anspruchslosigkeit, Bescheidenheit in Speise und Kleidung sowie eigene Handarbeit, der Wille zur Armut, der Vollzug der Liturgie und die eremitische Zurückgezogenheit.

Vor dem Hintergrund des damaligen Verfalls der guten Sitten in Ihlow ist wahrscheinlich auch der auf Gesuch des Abtes gefasste Beschluss des Generalkapitels von 1412 zu sehen, der die Anwesenheit von Frauen im Kloster betraf. Danach war Frauen nur noch, wenn sie ihre Angehörigen beim Kloster begraben ließen, gestattet, mit dem Toten und dem Grabgefolge um den Friedhof herumzugehen und der Totenmesse nur im nördlichen Teil der Klosterkirche beizuwohnen.

Nach sechs Jahren (1418) kehrte Boyng nach Menterna zurück, um dort erneut Abt zu werden. Seine Bemühungen in Ihlow waren offenbar so erfolgreich, dass 1424 fast ein Dutzend Ihlower Mönche zum Kloster Bloemkamp gingen, um dort auf Bitten des Abtes Dodo Feitama ihrerseits Reformen durchzuführen. Boyng hat als Visitator auch auf die Reform anderer friesischer Klöster nachhaltig eingewirkt.

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