| Ich lebte damals glücklich und zufrieden als Abt in
Menterna, wo ich auch jetzt wieder Abt bin. Damals, als ich in das Kloster Ihlow gerufen
wurde und jene schrecklichen Dinge geschahen. Ich wurde gerufen, um wieder Ordnung in das
Kloster Ihlow zu bringen, denn meine Aufgabe im Kloster Menterna war damals erfüllt, ich
hatte dieses Kloster reformiert.
Deshalb stellte man mich vor eine neue Aufgabe im
Kloster Ihlow. Ich wusste nicht, ob ich diese Aufgabe bewältigen würde, denn das Leben
im Kloster Ihlow war vollkommen aus den Fugen geraten, so hörte man.
Wie ich schon sagte, wurde ich gerufen. Ein Bote
wurde mir geschickt. Er erzählte mir schreckliche Dinge, die ich nicht glauben wollte
(und zu denen ich später noch kommen werde).
Mit schwerem Herzen verließ ich mein geliebtes
Kloster Menterna und folgte dem Gesandten aus Ihlow. Auf unserer langen Wanderung nach
Ihlow hörte ich jede Einzelheit über die Geschehnisse im Kloster Ihlow:
Frauengeschichten, Streitigkeiten unter den Mönchen und Reibereien zwischen Mönchen und
Laienbrüdern und vieles mehr wurde von dem Gesandten drastisch ausgeschmückt, untermalt
von wilder Zeichensprache.
Bei meiner Ankunft im Kloster Ihlow war ich
erstaunt über die Stille im Kloster, diese bereitete mir ein mulmiges Gefühl, über das
ich nicht weiter nachdenken mochte. Diese unheimliche Stille hatte aber einen Grund, denn
bei meiner Ankunft fand eine Beerdigung statt, die eines im Fischteich aufgefundenen,
unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommenen Mönchs mit Namen Johannes von Oldenburg,
einem der Miniaturenmaler.
Ich war entsetzt bei dem Anblick, den ich
ertragen musste, als ich das Kloster betrat: Frauen standen am Grab des Ermordeten, nur
einige Schritte von der heiligen Klosterkirche entfernt. Frauen in oder in der Nähe von
Männerklöstern waren nach unseren Statuten strengstens verboten! Sollte der Bote mit
seinen Schilderungen also doch Recht gehabt haben ... |