| Auch wenn das Kloster nicht
mehr erhalten geblieben ist und keine Bücher oder Handschriften gefunden wurden, vermuten
wir, dass es im Kloster Ihlow eine Bibliothek gegeben hat, denn es war üblich für ein
Zisterzienserkloster, eine Bibliothek zu besitzen. Im folgenden Bauplan ist unter Nr. 10
eine Bibliothek eingezeichnet:

Von anderen Zisterzienserklöstern wissen wir, was für
Bücher und Handschriften es in der Bibliothek gegeben haben mag. Wir vermuten, dass es
neben Bibeln auch noch andere Bücher in der Bibliothek gab: z.B. die Statuten der
Zisterzienser, liturgische Sammlungen, Schriften zu theologischen Fragen,
Liedersammlungen, Klosterchroniken usw. Klosterchroniken berichteten über
geschichtliche Geschehnisse oder Ereignisse in der Abtei. Sie hielten die Geschichten in
ihrer Region fest, um sie der späteren Generation zu übermitteln. Auch den
"Physiologus", ein beliebtes Buch im Mittelalter, hat es mit Sicherheit im
Ihlower Kloster gegeben. Darauf deuten die Ihlower Fliesen hin, die Fabelwesen aus dem
"Physiologus" zeigen:

Da es den Buchdruck noch nicht gab, wurden alle Bücher mit
einer Feder per Hand auf Pergament oder Papier geschrieben und wahrscheinlich aus dem
Bestand des Mutterklosters Aduard kopiert. Die Zisterzienser haben viele ihrer Werke bunt
verziert, besonders die Initialen wurden prächtig ausgeschmückt.
In der Johannes-A-Lasco-Bibliothek in Emden kann man
Handschriften aus der Bibliothek des Klosters Aduard sehen. Diese Handschriften hat Albert
Hardenberg, als das Kloster Aduard im Zuge der Reformation aufgelöst wurde, mit in seinen
Privatbesitz genommen. Später kamen die Bücher in die Johannes-A-Lasco-Bibliothek in
Emden. Da das Kloster Aduard das Mutterkloster des Klosters Ihlow war, gilt als sehr
wahrscheinlich, dass das Ihlower Kloster Abschriften der Aduarder Handschriften besaß. |