Interview mit Herrn Lühring, einem treuen Verehrer

Herr Lühring versorgte uns mit viel Informationsmaterial. Er lieh uns die Bücher von ihr, die handsigniert waren und erzählte uns sehr viel über sie, weil er sie auch persönlich kannte. Alle unsere Fragen hat er uns beantwortet und noch einiges ergänzt.
Wir, das sind Friederike, Daniela, Ole und Andre.

Was hat Sie so an Lale A. fasziniert?

Sie hatte eine tolle Ausstrahlung. Sie war sowohl nach außen, als auch in ihrem Herzen sehr beeindruckend gewesen.

Wo leben ihre Kinder?

Ihre Tochter, Litta Magnus verbringt ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes in Kanada. Der Sohn Björn lebt in Garmisch Partenkirchen und ihr Sohn Michael auf Mallorca.

Wie fing das Künstlerleben von Lale Andersen an?

Frau Andersen verließ ihren Mann, mit dem sie in Worpswede wohnte, weil sie nach Berlin wollte, um dort ein Künstlerdasein zu beginnen. Er wollte aber nicht in die Großstadt und so ging sie allein.

Was hatte sie für ein Ziel?

Ihr Lebensziel war es, Karriere als Sängerin zu machen. Sie sagte einmal, es wäre nicht schwierig, berühmt zu werden, sondern es zu bleiben. Das hat sie als erfolgreichste norddeutsche Schlagersängerin ja wohl geschafft!

Wer war ihr Vorbild?

Sie hat sehr viele damals bekannte Künstler kennengelernt. Aber sie war immer der Ansicht, dass jeder seinen eigenen Stil entwickeln müsse. Ein Künstler solle sich nicht von anderen beeinflussen lassen.

Hat sie Ihnen einmal ein besonderes Erlebnis erzählt?

Im Kurhaus auf Norderney wurden immer Abende veranstaltet, bei denen verschiedene Künstler auftraten. Einmal im Jahr nahm auch Lale Andersen daran teil. Für zehn Uhr morgens war eine Probe zusammen mit dem Orchester angesetzt. Frau Andersen legte großen Wert auf Pünktlichkeit. Und wie immer war sie überpünktlich. Das Orchester aber hatte ca. 15 Minuten Verspätung .L. Andersen, ganz ruhig und locker, ging in den Probenraum und sagte:"So, wie ich sehe, sind Sie etwas spät dran. Wir machen das jetzt so: Sie proben jetzt ohne mich, aber wehe, der Auftritt heute Abend klappt nicht!" Dann ging sie hinaus und ließ die verdutzten Musiker einfach stehen.

Woran starb sie?

Sie starb an Blutkrebs. Sie starb so, wie sie es wollte. Sozusagen mitten in der Arbeit. Als sie umfiel, war sie gerade dabei, ihre Rückreise von einem Engagement in Wien anzutreten. Sie fiel auf dem Flughafen um und starb nach ein paar Stunden im Krankenhaus.

Sie wurde dann auf ihren Wunsch auf Langeoog auf dem Dünenfriedhof beigesetzt.

Wir bedankten uns für dieses Interview.

Friederike Groll, Daniele Kraitzki