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Pfarrer von St. Bonifatius

Auf dieser Seite werden die Pfarrer der Kirchengemeinde St. Bonifatius aufgelistet.

Ich beziehe mich dabei auf den Artikel von Pfarrer und Studiendirektor Franz Kuhnert, den er 1986 in 

St. Bonifatius Lingen (Ems), Zur Geschichte der katholischen Kirchengemeinde, anlässlich der 150-Jahr-Feier zur Konsekration der St. Bonifatius-Kirche 

geschrieben hat.

Die Folgejahre von 1986 bis 2000 sind von mir mit Namen und Daten nachgetragen.

Diese Abhandlung beschäftigt sich mit den Pfarrern, da Informationen über Kapläne und Vikare der St. Bonifatius Gemeinde aus dem Archivmaterial spärlich vorhanden waren. Es sei jedoch gesagt, daß die Seelsorge mit ihrer ganzen Bandbreite ohne die Hilfe von Kaplänen und Vikaren gar nicht zu realisieren wäre. Daher gilt ihnen der besondere Dank der Pfarrgemeinde. Wenn der Name "Lingen" zuerst im Jahre 975 erwähnt wird, so deutet manches darauf hin, daß hier eine Missionsstation errichtet worden sein kann. Eine Pfarrei wird für das Jahr 1250 bezeugt. In diesem Jahr wurde eine zweite Vikarie errichtet. Der damalige Pfarrer, mit dessen Zustimmung die Vikarie gegründet wurde, hieß Nikolaus. Der Graf von Tecklenburg besaß das Patronatsrecht über die Kirche, d. h. er hatte das Recht, den Pfarrer vorzuschlagen, jedoch auch die Pflicht, für dessen Lebensunterhalt zu sorgen. Die ältesten Pfarrer sind uns lediglich mit Namen bekannt.

1. Geradus Wellink, gestorben am 1.3.1435

2. Johannes Bruno von Saerbeck 1435 - 1481

3. Bernadus Herßedorp 1482 - 1489

4. Nicolaus von Tecklenburg 1490 - 1539 (Sohn des Grafen von Tecklenburg)

5. Ein Mönch aus Osnabrück 1539 - 1541 (Name unbekannt)

Da die katholische Gemeinde Lingen in die politischen und religiösen Auseinandersetzungen hineingezogen wurde, ist hier ein kurzer historischer Überblick angebracht. Im Jahre 1541 übernahm Konrad von Tecklenburg die Regierung der Grafschaft Lingen. Die politischen Verhältnisse führten dazu, daß, mit der Reformation und den damit in Zusammenhang stehenden Kriegen, das Kirchenwesen grundlegend verändert wurde. Konrad hatte schon in Tecklenburg die Lehrer Luthers eingeführt. Als er die Grafschaft Lingen übernahm, vertrieb er die katholischen Priester, unter ihnen den Mönch, der seit 1539 die Pfarrstelle in Lingen verwaltete. Doch drang die Reformation des Grafen Konrad in Lingen nicht durch. Die Priester waren so stark im Glauben der katholischen Kirche verwurzelt, daß der Graf bei diesen Geistlichen nichts ausrichten konnte. Der Graf schloß sich dem Schmalkaldischen Bund, einer Vereinigung protestantischer Fürsten an, der in der Schlacht vom 24.4.1547 durch Kaiser Karl V. vernichtet wurde. Graf Maximilian von Büren trat an die Stelle Konrads und führte das Katholische Kirchenwesen in Lingen wieder ein.

6. Geradus Stertwyk von Bocholt 1548 - 1589

Die Tätigkeit des neuen Pfarrers bestand zunächst darin, sich dafür einzusetzen, daß die äußeren Hilfsmittel zur Seelsorgbetreuung zurückgegeben wurden. Es handelte sich um Landbesitz, der auf alte Stiftungen zurückging. Dadurch konnte der Glaube gestärkt werden, da immer noch die Gefahr bestand, daß kriegerische Verwicklungen die Religionsausübung zunichte machen konnte.

Die politischen Ereignisse der kommenden Zeit kann ich nicht übergehen, da sie von großem Einfluß auf die Kirche waren. Unter Kaiser Karl V. kam die Grafschaft Lingen in den Besitz des Hofes von Burgund. Einige Jahre später übergab der Kaiser seinem Sohn Philipp II., dem König von Spanien, die Niederlande nebst der Grafschaft Lingen. König Philipp II. errichtete zur Erhaltung der katholischen Religion in den Niederlanden im Jahre 1559 14 neue Bistümer, darunter das Bistum Deventer. Zu diesem Bistum kam die Nieder- und Obergrafschaft Lingen. Obwohl Lingen seit 780 zum Bistum Osnabrück gehörte, erteilte Papst Paul IV. seine Zustimmung, die in Osnabrück mit großer Empörung aufgenommen wurde.

Der Bischof Ägidius de Monte (1572 - 77) besuchte auf einer Missionsreise auch Lingen. Eine Notiz im erzpriesterlichen Archiv gibt Kunde von der Visitation. Der Anlaß des Besuches war die Unterrichtung über die Durchführung der Reformdekrete des Konzils von Trient.

Durch Repressionen der Oranier wurde die Existenz des Bistums Deventer im Jahre 1590  beendet. Zwar stand Lingen noch unter spanischer Herrschaft, wurde aber 1597 endgültig durch Moritz von Oranien erobert. Die Herrschaft der Oranier dauerte sechs Jahre, da mittlerweile der Feldherr Spinola, im Auftrag des Erzherzogs Albrecht, Regent der spanischen Niederlande, 1605 Lingen zurückeroberte. Dies hatte die Wiederherstellung des katholischen Kirchenwesens zur Folge, daß in erster Linie dem Bischof Sasbaldus Vosmerus, Administrator des Erzbistums Utrecht, zu verdanken war. Durch Papst Clemens VIII. zum apostolischen Vikar der gesamten Niederlande berufen, unterstanden ihm die kirchlichen Belange der Grafschaft Lingen.

7. Joachim Hamconius 1606 - 1607

Der Bischof Sasbaldus bestellte ihn als Pfarrer in Lingen und Erzpriester in der Grafschaft Lingen. Hamonicus lehrte sieben Jahre an der Universität Löwen in Belgien Philosophie, bis er 1602 in Mecheln die Priesterweihe empfing und 1606 zum Lizentiaten der Theologie ernannt wurde. Am 19.2.1606 weihte der Bischof die neuerbaute Pfarrkirche zu Ehren des hl. Bonifatius und der hl. Walburga ein. Lediglich ein Jahr wirkte Hamconius als Pfarrer in Lingen, da die Seelsorge, der Kirchenbau und die Betreuung der Pestkranken an seiner eigenen physischen Konstitution zerrte, und er im 30. Lebensjahr der Pest selbst als Opfer anheim fiel.

8. Johannes Geradus Vogelius von Ibog 1609 - 1632

Aus Münster stammend und mit dem akademischen Grad eines Doktors der Theologie versehen, hatte Vogelius am 12.1.1609 seine Amtseinführung in St. Bonifatius, wo er gleichzeitig das Amt des Erzpriesters bekleidete. Der Erzpriester von Lingen besaß eine Ausnahmegenehmigung vor den sonstigen Dechanten. In geistlichen Angelegenheiten waren die Priester zunächst dem Erzpriester Gehorsam schuldig. Als Grundlage für ein fruchtbares seelsorgliches Wirken betrachtete er Gebet, fleißiges Studium, würdige Feier der hl. Messe, Predigt und Unterweisung der Gläubigen. Vogelius lebte im Geiste kirchlicher Erneuerung bis zu seinem Tode am 20.3.1623.

9. Jakob Eilers 1623 - 1654

Eilers stammte aus Oldenzaal und war seit 1625 Erzpriester in Lingen. 1633 geriet Lingen wieder unter die Herrschaft der Oranier. Der apostolische Vikar der Niederlande konnte aufgrund von Verfolgungen seiner Aufgabe nicht mehr nachkommen, und es mußte für Lingen ein neuer Lösungsweg gesucht werden. Auf ein Gesuch des Osnabrücker Bischofs Franz Wilhelm von Wartenberg wurde der Erzpriester durch Papst Innozenz X. mit verschiedenen Vollmachten ausgestattet, die ihm 1645 die Stellung eines quasi Apostolischen Vikars verliehen. Am 15.7.1648 wurde den Katholiken die Pfarrkirche genommen und den Reformierten zugewiesen. Unter großen Schwierigkeiten waltete der Pfarrer seines Amtes; sogar die Spendung der Taufe wurde verboten. Trotz dieser Bedrückung sammelte Eilers die Gläubigen in Privathäusern, hielt dort Gottesdienste und betreute seine Gemeinde.

10. Henricus Schmeddes 1654 - 1680

Bis 1672 mußte Schmeddes ebenfalls heimliche Seelsorgearbeit betreiben. Lediglich in den Jahren 1672 - 1674 war ein öffentliches Wirken möglich, da in einem Kriegsfall der Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, Lingen besetzt hielt. Trotz des bischöflichen Abzuges aus Lingen im April 1674 wegen politischer Gründe, erhielten die Katholiken geistliche und materielle Hilfe aus Münster.

Unter Wilhelm von Oranien mußten alle katholischen Priester die Kirchen, Schulen und Wohnungen den Protestanten überlassen. Dagegen protestierte Pfarrer Schmeddes, was zu einer Verschärfung der Auflagen führte, die in der Ausweisung aller Priester aus der Grafschaft Lingen gipfelte. In Darme und Schepsdorf, die zum Territorium des Fürstbischofs von Münster gehörten und damit Ausland waren, verweilten die Lingener Pfarrer und Kapläne. Sie hielten von hier aus, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, die Seelsorge für Lingen aufrecht.

Besonders zu erwähnen ist der Erzpriester Johannes Heidenricus Stodtbrock, der nach dem Tode Jakob Eilers zum Erzpriester der Grafschaft gewählt wurde ohne Zuweisung einer Pfarrstelle. Seinem rastlosen Wirken ist die Glaubenstreue der Lingener Katholiken zu verdanken.

Die katholische Gemeinde hatte eine Kapelle in Darme, anfangs ein Schafsstall, um 1681 eine Scheune, in deren Nähe der Pfarrer Schmeddes wohnte. Die Gemeinde verlor ihren Pfarrer im Jahre 1680. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Schepsdorf.

11. Gerardus Potcamp 1681 - 1705

In Lingen griff er die Gebetsbruderschaft von Stodtbrock wieder auf. Gebet, Studium und eine einfache Lebenshaltung wurden zur Grundlage seines priesterlichen Wirkens. Betreuung der Kranken zu jeder Tag- und Nachtzeit und die Instruktion der geistlichen Schwestern, der sog. Kloppen, die dort Unterricht gaben, wo es den Priestern verwehrt war. Potcamp wurde von Papst Clemens XI. im Jahre 1705 zum päpstlichen Vikar über die vereinigten Niederlande berufen und verließ Lingen.

12. Egbertus Groothuys 1705 - 1744

Er war Erzpriester und Generalvikar der Grafschaft Lingen.

Wilhelm von Oranien starb kinderlos am 19.3.1702. Die Grafschaft Lingen stand nun unter der Regierung des Preußenkönigs Friedrich I. Nach langen Bemühungen erreichten die Katholiken 1717, gegen Zahlung einer Gebühr von 5 000 Talern, daß der Gottesdienst in Privathäusern abgehalten werden konnte. Pfarrer Groothuys erwarb daraufhin eine Scheune, die zu einem einfachen Gotteshaus umgestaltet wurde. Eine Orgel und Glocken, als Mittel zur Gottesdienstgestaltung, blieben verboten.

13. Johann Heinrich Hesselink 1744 - 1768

1686 in Twente geboren, blieb er dort, nach Schule und Studium, noch 20 Jahre Hilfsgeistlicher. Obwohl ihm die äußeren Gaben der Natur fehlten, zeichneten diesen Geistlichen ein starker Charakter und tiefes Wissen aus.

14. Gerardus Henricus Kleve 1769 - 1787

In Lengerich bei Lingen am 6.11.1729 geboren, wurde Kleve zunächst Subsidiar in Plantlünne. 1769 bekam er die Pfarre in Lingen und wurde 1786 Erzpriester.

15. Johannes Gerardus Taabe 1787 - 1803

Geboren am 9.4.1736 in Schapen. Geistliche Laufbahn: Priesterweihe am 10.3.1759 nach einem Studium in Meppen, Münster und Löwen. Hilfspriester in Schapen von 1760 - 1777. Pfarrer in Plantlünne von 1779 - 1787. Ab 1787 Pfarrer und Erzpriester in Lingen.

Im November hielt er im Auftrag des schwer erkrankten Pfarrers Kleve die Huldigungsrede auf König Friederich Wilhelm II. Jedoch hatte Taabe mit der preußischen Regierung Streit. Das Staatskirchentum führte dazu, daß der König bzw. die Bezirksregierung Tecklenburg - Lingen die Oberhoheit über die katholische Kirche beanspruchte. Diese Oberhoheit lag in den Händen des Bischofs, was die Regierung veranlaßte, daß Erlasse des für Lingen zuständigen Nuntius nicht eher veröffentlicht werden durften, bevor sie die Zustimmung der Regierung bekamen.

Ferner sollten angehende Theologen gezwungen werden, an einer preußischen Universität zu studieren. Üblicherweise besuchten die meisten Theologiestudenten aber die Fakultät in Löwen. Sogar die Ernennung eines Pfarrers beanspruchte die zivile Behörde, was ihre Kompetenz bei weitem übertraf. Diesen Anfechtungen hielt Pfarrer Taabe stand und gab kirchliches Recht nicht preis.

16. Johannes Henricus Grauert 1803 - 1824

Nach seiner Weihe am 17.12.1774 blieb Grauert bis 1794 als Hilfspriester in Schapen, wo sich nach einer Pfarrzeit von 1794 - 1803 in Plantlünne die Pfarrstelle in Lingen anschloß. Die Geistlichen der Grafschaft schlugen, entgegen Vorbehalten der preußischen Regierung, Grauert zum neuen Erzpriester vor und baten den Fürstbischof von Ermland, der über die Grafschaft Lingen die geistliche Jurisdiktion ausübte, um die Bestätigung. Nach Auseinandersetzungen - der Fürstbischof war inzwischen verstorben - wurde von der Regierung genehmigt, daß Grauert das erzpriesterliche Amt antreten könne. Da die Grafschaft ohne Bischof war, gab Papst Pius VII. dem neuen Erzpriester ausgedehnte Vollmachten.

Die Abhaltung des Gottesdienstes in einer Scheune wurde auf Dauer ein unerträglicher Zustand, so daß der Wunsch nach einem festen Gebäude immer häufiger geäußert wurde. Doch die politischen Verhältnisse ließen eine Verwirklichung des Vorhabens nicht zu.

17. Johann Bernhard Homann 1825 - 1851

Nach Betreuung der Pfarre in Laer, wurde Homann am 10.6.1825 Pfarrer in Lingen, wobei zu erwähnen ist, daß er als letzter Geistlicher das Amt des Erzpriesters inne hatte. Seit 1815 gehörte Lingen zum Königreich Hannover. Papst Leo XII. ordnete die kirchlichen Verhältnisse und bestimmte im Jahre 1824, daß alle Gebiete links der Weser, die zu Hannover gehörten, dem Bistum Osnabrück angeschlossen werden sollten. So kam Lingen wieder in sein altes Bistum zurück.

Pfarrer Homann forcierte das Bemühen um den Bau einer Kirche und hielt seine Gemeindemitglieder an, dieses Vorhaben zu unterstützen. Da die Gemeinde keine eigenen Mittel für das Projekt freistellen konnte, reiste der Pfarrer quer durch Deutschland, um Gelder zu beschaffen. Der Grundsteinlegung vom 28.4.1834 folgte die feierliche Konsekration am 5.7.1836 durch den Weihbischof von Osnabrück, Karl Anton Lübke. Nach vielen Jahren stand den Gläubigen endlich ein würdiges Gotteshaus zur Verfügung. Im sozialen Bereich legte Pfarrer Homann sein Hauptaugenmerk auf die Pflege der Armen und Kranken.

18. Johann Bernhard Diepenbrock 1851 - 1884

In Everswinkel (Westfalen) kam Bernhard Diepenbrock am 25.2.1796 zur Welt. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1819 unterrichtete er von 1819 - 1845 am Gymnasium in Meppen. Als Frucht seiner geschichtlichen Studien konnte ein Buch mit dem Titel "Geschichte des Amtes Meppen" herausgegeben werden. Mit der Übernahme der Pfarrstelle in Lingen setzte er einen persönlichen Wunsch in die Tat um: Die Gründung und den Bau eines Krankenhauses. So konnte 1854 das St. Bonifatius-Hospital seiner Bestimmung übergeben werden, dank des unermüdlichen Einsatzes von Pfarrer Diepenbrock. Ehrungen und Ordensverleihungen des Königs von Hannover und später des Königs von Preußen waren Zeichen der Anerkennung für die Verdienste des Priesters in der Hilfe für den Nächsten.

19. Gerhard Hermann Kitzero 1884 - 1887

Am 12.2.1830 in Ankum geboren, besuchte er das Gymnasium in Vechta und die Universität in Mainz. Die Priesterweihe empfing Kitzero in Hildesheim. Als Hilfsgeistlicher in Freren und ab 1857 in Lingen gab er zugleich Religionsunterricht am Gymnasium Georgianum. 1885 erhielt der die Stelle des Pfarrverwesers, da wegen des Kulturkampfes Schwierigkeiten bei der Besetzung der Pfarrstelle bestanden. Kitzero zog 1887 nach Osnabrück und wurde dort Dompfarrer, 1892 Stadtdechant und 1983 Domkapitular. Sein Tod fiel auf den 3.2.1900.

20. Gerhard Pohlmann 1888 - 1900

Das Geburtshaus Pohlmanns steht in Hersum, wo er 1836 geboren wurde. Schulbesuch am Carolinum in Osnabrück und das Theologiestudium in Mainz und Münster waren die Vorstufen für die Priesterweihe am 16. Juli 1860 im Dom zu Osnabrück. Die ersten Jahre verbrachte der junge Geistliche als Kaplan in Hesepe, Rulle und Iburg. Der Tätigkeitsbereich in Iburg erweiterte sich weiterhin auf das Amt des Pfarrverwesers und des Schulinspektors. Nach der Übernahme der Pfarrei in Lingen 1888 zeichnete sich Pohlmann durch besondere Aktivitäten im Sozialbereich aus, da seine Lebensweise in diesem Sinne ausgerichtet war. Die Ernennung zum Dechant 1897 überlebte der frisch ernannte Amtsträger gerade drei Jahre, als der 3. Schlaganfall am 10.2.1900 seinem Leben ein Ende setzte.

 21. Hermann Scheiermann 1900- 1919

Scheiermann leitete von 1883 - 1900 das bischöfliche Konvikt in Osnabrück und betreute die Jungen, die das Gymnasium Carolinum besuchten. 1900 übertrug  der Bischof ihm die Pfarrei in Lingen.

In seiner Amtszeit wurde der Turm der Bonifatiuskirche im Jahre 1905/6 errichtet, der als höchster Kirchturm ein besonderes Wahrzeichen der Stadt Lingen darstellt.

In besonderem Maße nahm Scheiermann sich der Witwen und Waisen des 1. Weltkrieges an, die Ehemann bzw. Vater in den Kämpfen des Krieges verloren hatten.

Seine Sorge galt in Lingen der Erhaltung des Bonifatius Hospitals und hier besonders dem zukunftsträchtigen Ausbau des Hauses.

1919 wurde er in das Domkapitel zu Osnabrück berufen, wo seine Aktivitäten bis zum Tode am 23.7.31 im Rahmen der Seelsorge standen. Die Verleihung des Titels eines Monsignore durch den Papst und die Ehrendoktorwürde der Universität Münster im Fach Theologie runden das Lebensbild dieses Mannes ab.

22. Gerhard Hilling 1919 - 1951

Die geistliche Laufbahn begann Gerhard Hilling nach seiner Priesterweihe 1904 als Kaplan in Altona St. Josef, danach 1912 als Missionspfarrer in Altona - Ottensen St. Marien. Die Amtsübernahme im Oktober 1919 stand noch stark unter dem Ende und der Not des 1. Weltkrieges. Es waren schwierige, aber auch fruchtbare Jahre. Auf sein Betreiben entstand im Stadtteil Reuschberge eine Siedlung für weniger Bemittelte, die dadurch zu einem Eigentum an Grund und Boden kamen.

Als die Stadt Lingen an Einwohnern zunahm, drängte er auf den Bau einer Kirche in Laxten. Trotz der Schwierigkeiten durch den Nationalsozialismus konnte diese Kirche zu Ehren des hl. Joseph im Jahre 1937 eingeweiht werden. 1928 wurde Gerhard  Hilling zum Dechant ernannt und der Papst verlieh ihm den Titel eines Monsignore.

Neben seiner Aufgabe als Gefängnispfarrer sorgte er besonders im Nationalsozialismus dafür, daß die Kinder durch Seelsorgstunden im Glauben und zum Leben aus dem Glauben unterwiesen wurden. Durch die Unterstützung zahlreicher Lehrerinnen und Lehrer wurden diese Seelsorgstunden sogar nach Ende des 2. Weltkrieges beibehalten.

Pfarrer Hillings Tätigkeit und der Hilfe seiner Kapläne ist es zu verdanken, daß die Ideologie des Nationalsozialismus wenig Anklang in der Gemeinde fand, und sie ein Hort des inneren Widerstandes wurde.

Ein besonderes Zeugnis für seine Beliebtheit und Ansehen war die überaus große Beteiligung der Bevölkerung bei seiner Beerdigung im November 1951. Neben Pfarrer Hilling wurden auch viele andere Geistliche der St. Bonifatius Gemeinde durch Straßenbenennungen für ihre Bemühungen im öffentlichen Leben durch die Stadt Lingen geehrt.

23. Stephan Vosse

Die erste Stelle erhielt Adjunkt Vosse in Haselünne von 1928 bis 1932. Dann wurde er Probstei-Adjunkt in Meppen und zugleich leitender Seelsorger in Schwefingen-Varloh. 1936 erfolgte die Berufung zum Domvikar in Osnabrück. Sein besonderes Anliegen in der Domgemeinde waren die Jugendseelsorge und die Meßdienerarbeit.

Aktive Seelsorge setzte Pfarrer Vosse in der Jugendarbeit auch nach der Amtsübernahme 1952 in Lingen fort. Er schaffte es, daß Jungen, die die Schule bereits verlassen hatten, weiter ihren Dienst an Sonn- und Alltagen am Altar wahrnahmen. Im Laufe der nachlassenden Not durch den Krieg , konnte Mitte der 50er Jahre ein Jugendheim gebaut werden. Eine Kapelle bildet den Mittelpunkt dieses Heimes: Gebet und Meßopfer sollten die Jugendarbeit begleiten.

Bei der wachsenden Bevölkerung der Stadt Lingen infolge von Industrieansiedlungen entstand im Norden der Stadt 1954 die Kirche Maria Königin.

Pfarrer Vosse stand in vorderster Linie bei der Erhaltung der katholischen Bekenntnisschulen. In der Überzeugung, daß eine ganzheitliche Erziehung nur in einer Bekenntnisschule möglich ist, rüttelte er die Eltern, Lehrer und Politiker für dieses Bewußtsein auf. Maßnahmen der niedersächsischen Regierung, die auf eine Aufhebung der Bekenntnisschulen hinzielten, wurden durch eine Großkundgebung 1954, auf der die Pläne der Regierung entschieden abgelehnt wurden, ins Wanken und zum Scheitern gebracht.

1958 berief Bischof Helmut Hermann Wittler den eifrigen Priester wieder nach Osnabrück, wo er Mitglied des Domkapitels und Leiter des Seelsorgeamtes wurde. Pfarrer Vosse starb am 1.7.1985.

24. Johannes Altmeppen 1958 - 1981

Geboren wurde Johannes Altmeppen am 5.11.1913 in Herzford (Pfarrei Schepsdorf). Die geistliche Laufbahn begann nach der Priesterweihe 1939 in Aschendorf als Vikar. Der Vikarszeit von 1940 - 1946 folgte ein Pastorat in Schöningsdorf bis 1953. In den Berufsschulen Lingen lehrte er als Religionspädagoge von 1953 - 1958. Im Juni 1958 übertrug ihm der Bischof die Pfarrei St. Bonifatius.

Ein wichtiges Anliegen sah er in der Ehevorbereitung und der Ehepastoral. Seine Predigten fanden aufmerksame Zuhörer, wußte er doch auf die wesentlichen Grundlagen des katholischen Glaubens und Lebens hinzuweisen. Pfarrer Altmeppen schaffte die Voraussetzungen für das spätere Christophoruswerk. 1975 konnte unter seiner Führung das neue Kolpinghaus und Pfarrzentrum eingeweiht werden.

Die Militärgemeinde Sankt Michael gehörte ebenfalls noch in seinen Betreuungsbereich. In dieser Zeit entstand die Kirche St. Michael.

Am 1.8.1981 verzichtete Pfarrer Altmeppen aus Altersgründen auf die Leitung der Pfarrei und wechselte zu einer kleineren Gemeinde nach Schledehausen. Dort wirkte er segensreich bis zu seinem Tode am 1994.

25. Hermann Darpel 1981 - 1993

Hermann Darpel wurde am 13.4.1937 in Berge (Pfarrei Emsbüren) geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Carolinum studierte er Theologie in Frankfurt St. Georgen. Die Priesterweihe erhielt Hermann Darpel am 1.2.1964 im Osnabrücker Dom. Das Amt des Kaplans bekleidete der Jungpriester von 1964 - 1968 in Papenburg. Im Zeitraum vom 1968 - 1981 leitete er die Diözesan-Männerseelsorge und einige Jahre später das Seelsorgeamt der Diözese Osnabrück. Die Amtseinführung in Lingen fand am 14.9.1981 statt.

In die Zeit von Pfarrer Darpel fiel die Entscheidung des Bischofs von Osnabrück, wegen Priestermangels Gemeinden derart zusammenzulegen, daß ein Priester gleichzeitig Pfarrer von zwei oder noch mehr Gemeinden ist. So bildet die Bonifatiusgemeinde seitdem einen Gemeindeverbund mit der Kirchengemeinde St. Alexander in Schepsdorf. In den Anfängen wurde ein guter Grundstein für ein gutes Miteinander zweier von der Struktur her so unterschiedlicher Gemeinden gelegt, so daß auch heute der Eindruck überwiegt, nicht etwas verloren, sondern stattdessen gewonnen zu haben.

Im September 1993 verließ Pfarrer Hermann Darpel die Bonifatius Gemeinde in Lingen und wurde Militärpfarrer.

26. Hermann Joseph Leigers 1994 - 2000

Geboren wurde Hermann Joseph Leigers am in Bokeloh. Nach einer halbjährigen Vakanz der Pfarrerstelle ernannte ihn der Bischof von Osnabrück  zum 01.03.94  zum Pfarrer von St. Bonifatius und St. Alexander.

In seine Zeit fallen die Fertigstellung der Außenrenovierung und die vollständige Innensanierung der St. Bonifatius Kirche, in deren Folge der alte Hochaltar wieder aufgebaut wurde. Ebenso fanden die sog. Seitenaltäre ihren alten Platz in der Kirche wieder (Bilder davon sind auf der Seite Bilder von St. Bonifatius zu sehen).

Auf eigenen Wunsch wechselte Pfarrer Leigers im September 2000 in den Gemeindeverbund nach Oesede.

27. Franz Bernhard Lanvermeyer seit 2000

Seit Oktober 2000 heißt der Pfarrer der St. Bonifatius Gemeinde Franz Bernhard Lanvermeyer. Über sein Wirken werden zukünftige Generationen erst ein Urteil abgeben können.

 

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