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Stadtrundgang

Bevor du jetzt zum Rundgang durch unsere Heimatstadt startest, solltest du wissen, dass die Bilder extra  als Miniaturbilder dargestellt sind, damit der gesamte Rundgang schneller geladen werden kann. Um jedes einzelne Bild richtig zu sehen, brauchst du nur darauf zu klicken, und es entfaltet sich zur vollen Größe. Durch Anklicken des Buttons zurück in der oberen Navigationsleiste kehrst du jeweils in den Rundgang zurück.  Und nun kann es beginnen:

 

Ein virtueller Erkundungsgang durch die Lingener Innenstadt

 

Begib dich in Gedanken auf eine faszinierende halbe Stunde durch die Lingener Innenstadt, in der viele schöne und sehenswerte Häuser aus den vergangenen Jahrhunderten gut gepflegt und erhalten sind.

Es ist schönes Wetter, sonnig und warm, die Vögel zwitschern, und alle Menschen rund um dich herum sind freundlich und frohgelaunt. Nun bist du startbereit!

 

Dein Rundgang durch die Innenstadt beginnt am Neuen Rathaus.

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Überquere von hier aus die Neue Straße und begib dich in die Fußgängerzone. Als erstes entdeckst du dieses Bürgerhaus mit dem Relief des Hl. Andreas. Es liegt am Andreasplatz.

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 Viele Leute glauben, hier hätte früher einmal eine Kirche gestanden, aber das stimmt nicht. Vielmehr wohnte in diesem Haus Andreas Wesken, ein großer und berühmter Chirurg. Selbst von weit her kamen Kranke, um sich von ihm behandeln und operieren zu lassen. Auf dem Relief könntest du bei intensivem Hinsehen Geräte wie z. B. Messer oder Skalpell entdecken, mit denen früher operiert wurde.

Gehe jetzt in der Lookenstraße etwa einhundert Meter weiter, an der Eisdiele vorbei - ein Eis kannst du dir später auch noch leisten - bis hin zur Volksbank.     B028.jpg (44064 Byte)    Dort kannst du im Straßenpflaster einen Hinweis darauf finden, dass hier das Lookentor stand, eines der drei Tore, durch die man im Mittelalter in die Stadt gelangen konnte.

Die beiden anderen Tore waren das Burgtor und das Mühlentor. Dazwischen befand sich die Stadtmauer, doch nur durch die drei Stadttore konnte man den Stadtbereich verlassen oder in ihn hineinkommen.

Gehe nun zurück, vorbei an den Fassaden der Geschäftshäuser     B029.jpg (42223 Byte)     im heutigen Baustil, bis zur Einmündung der Marienstraße. 

 

Als im Jahre 1856 die Eisenbahn nach Lingen gebaut wurde, gab es keine direkte Verbindung vom Bahnhof zum Marktplatz. Deshalb nahm man einfach einen Durchbruch durch das Haus vor, das im Wege stand. So entstand die Marienstraße, in die du     B027.jpg (45654 Byte)     jetzt sehen kannst.  Die Häuser zu beiden Seiten entstanden folglich in den Jahren danach. Gingest du jetzt von hier aus gerade weiter, würdest du unweigerlich am Bahnhof  landen.

Du musst gerade weitergehen in die Castellstraße, bis zu dieser Stelle.     B003.jpg (58530 Byte)     Hier siehst du den Eingangsbereich zur Lingener Befestigung, der von den jungen unverheirateten Söhnen der Stadt Lingen, den Kivelingen, so wiederaufgebaut wurde, wie er vielleicht einmal gewesen sein könnte.

Hinter dem Bogen befindet sich im südlichen Teil des Castells (der früheren Schlossanlage) der Pulverturm, in dem im Mittelalter Pulver und Blei aufbewahrt wurden. Bei einer Explosion - schon im Mittelalter - wurde er zerstört.

Der Eingangsbogen mit Teilen des 1961 wieder aufgebauten Bogens stammen aus dem Jahre 1647. Wahrscheinlich ist er ursprünglich nicht hier an dieser Stelle gewesen. Der Bogen trägt den Namen des Mannes, den du auch hinter dem Spielwarengeschäft Adelmann als Brunnenfigur finden könntest.

Er heißt Machurius, und die Sage erzählt, dass Machurius ein Bösewicht gewesen sei. Zur Strafe für seine Untaten wurde er aus der Stadt Lingen nach Lohne verbannt. Er darf erst wieder in die Stadt zurückkehren, wenn er einen durchlöcherten Eimer mit Wasser vollgefüllt durch den Lohner Sand bis in die Stadt gebracht hat.

Nun verlassen wir den ehemaligen Burgbereich, von dem außer dem wiederaufgebauten Pulverturm nichts übrig geblieben ist, und gehen durch eine schmale Gasse. B005.jpg (33746 Byte) Jetzt siehst du hier auf der rechten Seite der Straße ein ziemlich altes Haus, das einem Goldschmied gehört. Es stammt aus dem Jahre 1655.    

    

 

 

 

Nun bist du in der Burgstraße. Gehe sie entlang bis zu diesem Haus, das du jetzt als nächstes abgebildet siehst.

B006.jpg (53065 Byte)       Es ist ein Fachwerkhaus, gebaut im Jahre 1641, und reichlich mit Schnitzarbeiten und Sprüchen verziert. Vor langen Zeiten war in diesem Haus eine Brauerei, ein Treffpunkt der Studenten. Heute gehört das Haus einem Goldschmied.

Du findest ein Gebäude, dessen

Eingangsportal sieht so aus wie auf diesem Bild.    B008.jpg (38430 Byte)

 

Es gehört zur katholischen Kirche mit einem 64 Meter hohen     B007.jpg (37310 Byte)     Turm. Um zu wissen, wann diese Kirche gebaut wurde, sieh auf der Steintafel nach, die sich an der linken Seite der Kirche befinden. Du solltest aber unbedingt in römischen Zahlen fit sein! (Solltest du wirklich nicht weiter wissen, kannst du auf die Buchstaben klicken und die Lösung erhalten. Aber Mogeln gilt nicht, versuche es lieber erst so einmal!

In römischen Ziffern sieht die Jahreszahl so aus: M D C C C X X X V I.

Gegenüber der Kirche findest du dieses Haus, von dem nur ein kleiner Abschnitt hier abgebildet ist.

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Sieh es dir ruhig genau an. 1646 wurde es von der Familie Danckelmann erbaut. Diese war eine führende Beamtenfamilie, deshalb ließ sie sich ein so großes Haus mit einem großen Park dahinter bauen. Der Erbauer hieß mit Vornamen so, wie der letzte Tag eines jeden Jahres heißt.

Wenn du jetzt nun lesen kannst, dass in diesem Haus heute das Amtsgericht untergebracht ist, dann weißt du sicherlich auch, welchen Beruf Herr Danckelmann und später einige seiner Söhne ausübten.

Neben dem großen Haus steht quer noch ein kleines Fachwerkhaus. Als es 1730 gebaut wurde, war es wahrscheinlich das Gesindehaus. Im ihm lebten die Bediensteten des Herrn Danckelmann. Heute ist dieses Haus ein Museum, in dem manchmal auch Trauungen vorgenommen werden.

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Jetzt solltest du dich erst einmal entspannen und ausruhen. Wie geschaffen dafür ist der Stadtpark, in den du sozusagen automatisch kommst. Öffne in Gedanken die Augen weit und schau bewusst umher! Herr Danckelmann hatte damals auch den Garten anlegen lassen, mit über 100 verschiedenen Gehölzen, z. B. Rotbuche, Eiche, Esche, Kastanie, Rotdorn ....

Wenn du jetzt den Stadtpark auf der gegenüberliegenden Seite verlässt, kommst du in die Baccumer Straße.     B015.jpg (49690 Byte)    Du könntest fast glauben, um 200 Jahre zurückversetzt zu sein, denn die Häuser sind in der Zeit um 1770 gebaut worden nach Vorbildern aus Holland. Das sieht man an den schmalen Giebeln mit einer hochaufgerichteten Fassade und dem gekrönten Abschluss oben.

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Auch in dieser Straße findest du eine Kirche.     B012.jpg (60131 Byte)    Sie gehört den evangelisch lutherischen Christen. Gerade erst im Oktober 1999, ist dieses Gotteshaus renoviert und instand gesetzt worden.  

Von der Kirche aus kommt man auf einen freien Platz,     B013.jpg (67775 Byte)    den sogenannten Schul- oder Universitätsplatz.         B014.jpg (59227 Byte)

Auf den beiden Bildern siehst du das Seminargebäude oder Professorenhaus, erbaut in den Jahren 1684-1685. Zur rechten Seite steht noch ein ähnliches Gebäude. Es wurde 1678 erbaut durch den Prinzen Wilhelm III. von Oranien und war zuerst nur eine Lateinschule. 1697 wurde es zu einem akademischen Gymnasium, einer Universität. Sie benutzte Teile des Gebäudes ebenfalls. Rund 2000 Studenten sind hier ausgebildet worden.

Davon waren viele "Indianer". Sie waren natürlich nicht echt, sondern man nannte sie so, weil sie aus den holländischen Kolonien kamen. Dazu muss ich dir jetzt wohl einiges erklären: Lingen hatte in früheren Jahrhunderten ganz oft verschiedene Herrscher. Da waren zum Beispiel die Tecklenburger, die Spanier, die Holländer, die auch diese Universität, das Seminargebäude und die Druckerei unterhalten hatten, dann wieder die Franzosen, dann ein anderes Mal die Preußen oder die Herrscher von Hannover, es wechselte ziemlich schnell und oft.

Aber nun zurück zur Universität, denn da gibt es eine kleine Geschichte, die ich dir nicht vorenthalten will. Der Hauptunterricht wurde in den Wohnungen der Professoren abgehalten. Dabei soll ein Professor während seiner Vorlesung (so nennt man den Unterricht) auf dem Boden gelegen und seine Studenten unterrichtet haben. Stell dir das heute mal vor!

Hinter dem Universitätsgebäude liegt eine neues großes Haus, die Lingener Stadtbücherei. Hierin ist ein Besuch lohnend, viele spannende Bücher für Leserinnen und Leser jeden Alters, Kassetten und Videos sind hier auszuleihen. Sicher liest du auch sehr gern!

Gegenüber der Stadtbücherei auf dem Bild hier findest du den ältesten Teil des St. Bonifatius - Krankenhauses. B016.jpg (51756 Byte)Als Dechant Diepenbrock es vor gut 100 Jahren gründete, war es ganz klein. Heute ist es riesengroß (fast tausend Menschen arbeiten heute hier), hat viele verschiedene     Abteilungen und ist medizinisches Lehrkrankenhaus und mit der Medizinischen Hochschule Hannover verbunden.        

Hoffentlich geht es dir immer gut und du brauchst nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sollte es dennoch einmal nötig sein, denke immer daran, dass man dir dort helfen kann und du wieder gesund werden kannst.

Vom Krankenhaus weiter gelangst du in die Kirchstraße. Der Name der Straße weist auf eine Kirche hin, nämlich die evangelisch - reformierte Kirche.

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Schon 1250 wurde der Turm errichtet. 1550 wurde das Kirchenschiff abgerissen, 1627 bis 1629 wurde der Chorraum (siehst du hier im Vordergrund) aus Sandstein errichtet, der dem 1607 abgetragenen Castell entnommen wurde. 1770 wurde das Kirchenschiff (das ist der Teil zwischen Turm und Chorraum) noch einmal abgerissen und 1772 endlich in Stein wieder aufgebaut.

Während du durch die Große Straße teilweise an alten Giebeln vorbei zum Marktplatz zurückkehrst, kannst du dir unser Stadtwappen ansehen. Es befindet sich im Treppengiebel des Alten Rathauses.

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1394 tauchen auf einem Siegel erstmals die drei Türme auf. Sie stellen die früheren Stadttore dar: Lookentor, Burgtor und Mühlentor. Über den 3 Türmen befindet sich eine Krone. Rechts und links der Türme stehen die Löwen. Sie finden sich in vielen Wappen und können als Zeichen für den Mut der Bewohner gedeutet werden.

Über dem Giebel unseres Rathauses     B020.jpg (24872 Byte)    findest du die Jahreszahl 1663. Das Haus selbst ist aber viel älter als die Zahl auf dem Giebel.

Es erhielt seine jetzige Form nach dem Wiederaufbau nach dem großen Brand in der Stadt. An der Stelle, an der die jetzt die Rathaustreppe ist, könnte vorher ein Säulengang gewesen sein. Dort saß man zu Gericht über die Übeltäter der Stadt. Gehst du nun die Treppe hoch und zählst die Stufen mit, wirst du merken, dass auf der rechten Seite vierzehn Stufen und auf der linken Seite 15 Stufen sind. Bist du oben auf dem Podest, öffnet sich die große Rathaustür und du stehst im Rathaussaal. Früher überlegten hier die Ratsherren für die Geschicke der Stadt, heute kann man sich hier standesamtlich trauen lassen.

Verlass jetzt den Rathaussaal, steige die Stufen auf der rechten Seite hinab.

Vor dir siehst du ein großes Fachwerkhaus     B019.jpg (44861 Byte)     aus dem Jahre 1653. Heute ist hier eine Gaststätte, früher war es die Posthalterei. Da wurden die Pferde der Postkutschen getauscht und die Reisenden konnten sich zwischenzeitlich in der Posthalterei erholen. Auch heute noch kann man hier z. B. die Kutscherpfanne bestellen, aber darauf hast du jetzt ohnehin keinen Appetit.

Hast du dir die Posthalterei auch genau angesehen? Wenn du dich jetzt umdrehst, siehst du dieses Gebäude hier. B021.jpg (41818 Byte)

 

 

Wenn du genau hinsiehst, stellst du fest, es ist sehr schmal und scheint auch schief zu sein. Es stimmt. Außerdem ist es auch sehr alt und gleichzeitig das Haus der Kivelinge, die du hier im Bild mit ihren historischen Kostümen sehen kannst.   

Jetzt bist du fertig und sicherlich ganz schön geschafft. Deshalb solltest du dich am Brunnen     B024.jpg (51502 Byte)    ausruhen, der im Rahmen der Renovierung des Marktplatzes 1980 erstellt wurde. Die Figuren sind aus Bronze und stellen Fabeltiere dar, die die Fantasie der Kinder und Erwachsenen anregen sollten.

Zum Abschluss deines Rundganges kannst du am Brunnen sitzend noch einmal deinen Blick über den historischen Lingener Marktplatz schweifen lassen. B023.jpg (40794 Byte) B025.jpg (33123 Byte)

Sicher bist du auch geschichtlich interessiert. Deshalb finde ich, könntest du auch die zwei folgenden Bilder betrachten. Sie zeigen einen Teil der dunkelsten Geschichte unseres Landes. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde am 9. November 1938 wie in vielen Städten und Orten Deutschlands auch in unserer Stadt Lingen die Synagoge der jüdischen Mitbürger niedergebrannt und zerstört. Jüdische Mitbürger waren bis dahin schon auf vielfältige Weise drangsaliert und terrorisiert worden, an diesem Tage wurden ihre Geschäfte zerstört und geplündert.

 Einige von ihnen konnten ins Ausland entkommen, andere kamen in den Konzentrationslagern um. 

Ein Zeitzeuge dieser Ereignisse, der damals selbst noch Schulkind war, schreibt dazu: "Dieser Morgen bereitete in der Bevölkerung Entsetzen und Abscheu, aber der notwendige offene Protest - der Aufschrei - blieb aus - aus Angst um die eigene Existenz, einer Angst, die nicht unbegründet war."

    Die jüdische Schule, die hinter der Synagoge gestanden hatte, wurde damals nicht zerstört. Lange Jahre hat kaum jemand an ihre Existenz erinnert, erst in den Jahren 1999/2000 ist sie durch liebevolle Wiederherstellung und Abriss eines davor stehenden Gebäudes mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung getreten, zumal auch an der Stelle der ehemaligen Synagoge ein Gedenkstein       an diese Zeit erinnert.  

Hoffentlich passiert es in unseren Tagen nie wieder, dass in unserem Lande oder hoffentlich sonst irgendwo auf der Erde solche schrecklichen Dinge geschehen können. Deshalb sollte jeder von uns, ob groß ob klein stets aufmerksam und wachsam sein!

 

Wenn dir dieser Rundgang durch die Stadt gefallen hat, solltest du vielleicht unsere vielen anderen Seiten auch noch betrachten.

 

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