Georg Christoph Lichtenberg

zurück / home / weiter
Lichtenberg lt. Biographie von Otto Deneke
01.07.1742 in Ober-Ramstadt bei Darmstadt als jüngstes und achzehntes Kind des Pfarrers Lichtenberg
1745 Umzug nach Darmstadt, weil der Vater dort als Stadtprediger und später als Superintendent arbeitete.
1761 im Herbst Abschluß der Gymnasialzeit als Primus Omnium
1761 - 1762 Nach dem Abschluß am Gymnasium blieb er für 1 ½ Jahre in Darmstadt, da der Familie die Mittel für ein Studium fehlten (zwei seiner Brüder studierten bereits).
1762 - 1763 In der Zeit zwischen der Schule und dem Studium vertiefte er seine Kenntnisse in den Bereichen Englisch, Geschichte und Literatur
1763 - 1765 Die Brüder Lichtenbergs beendeten ihre Studien und trat er sein Dauerstipendium, finanziert durch den Landgrafen an.
1763 Veröffentlichung von Tobias Mayers "Opera inedeta"
1764 Lichtenberg beginnt mit dem Schreiben seines ersten "Sudelbuches"
1765 Entscheidet sich gegen den Ruf der Universität Göttingen, um sich als "Hofmeister" um wohlhabende englische Studenten zu kümmern. Er wechselt sein Quartier, um in einem speziell für diese Studenten eingerichteten Haus mit diesen zu leben. Das Haus gehörte dem Professor für englische Sprache und Geschichte Tompson.
1770 / 71 (Wintersemester) erstmalig Vorlesungen (Teilung der ebengeradlinigen Figuren & Algebra)
1770 Im März erhält er eine Einladung von Lord Boston nach London, in dessen Hause er wohnt.
1770 Am 22.April bestellt Georg III. Lichtenberg auf seine private Sternwarte. Durch die hier stattfindenden Gespräche entwickelt sich eine lebenslange Bindung an die königliche Familie.
1770 Nach seiner Rückkehr aus England erfolgte durch einen königlich-englischen Erlaß die Ernennung zum außerordentlichen Professor der Philosophie an der Universität Göttingen.
1771 Im Herbst kommt der Auftrag, die gleiche Ortsbestimmung, wie sie in Göttingen erprobt wurde, auch in Hannover, Osnabrück und Stade durchzuführen. (Dauer ca. 2 Jahre). Als Diener, Hilfsarbeiter und Reisemarschall verpflichtet er den Schneidergesellen Heinrich Braunhold, welcher sein ständiger Begleiter ist.
1772 Im März begann er seine Arbeit in Hannover und beendete diese im August.
1772 Auf seinem Weg nach Osnabrück machte er Station an drei für ihn wichtigen Punkten, an der Festung Wilhelmstein, bei einem alten Freund in Bückeburg und das Schlachtfeld bei Minden wo Ferdinand von Braunschweig am 01. August 1759 die Franzosen geschlagen hat. 04. September - 13. Februar des Jahres 1772 führte er seine Arbeiten in Osnabrück durch.
1772 - 1773 Er befindet sich in Göttingen und arbeitet u.a. an Vorlesungen und seiner ersten "satyrischen" Schrift "Timorus".
1773 Am 26. April bricht Lichtenberg zu seinem letzten astronomisch - strategischen auf. In der Nacht vom 18. auf den 19. Mai trifft er in per Schiff von Hamburg in Stade ein, das er nach Pausen in Hannover, Celle und Hamburg erreicht. In Hamburg ging er seiner Leidenschaft nach und besuchte Aufführungen von der Ackermannschen Theatergruppe. Während dieser Reise übernachtet er in den besten Wirtshäusern. In Stade sucht er zuerst einen Platz für sein Observatorium, welchen er auf der Festung findet. Sein Quartier bezieht er in einem Wirtshaus in der Nähe des Schiffertores, unmittelbar an der Schwinge. Am 28. Mai hat Lichtenberg die Idee, nach Helgoland zu fahren, jedoch nicht alleine. Als die Fahrt am 28. Juni beginnen soll, sagen die Männer, die ihn begleiten wollten, dass sie nun doch lieber in Stade bleiben würden. An diesem Tag verfasste er einen Brief an Dieterich in Göttingen in dem die Worte "In Stade gefällt es mir nicht" vorkamen. Am 9. Juli findet die Fahrt nach Helgoland nun doch statt. Lichtenberg hat doch noch einige Begleiter gefunden. Die Fahrt startet in Brunshausen und führt über Glückstadt und Cuxhaven nach Helgoland und dauert 2 Tage. Nach insgesamt 8 Tagen Abwesenheit trifft er wieder in Stade ein. Am 20. Juli schreibt er in einem Brief an seinen Freund Kaltenhofer:"...,dass es mir in meinem Leben nirgends weniger gefallen hat als hier..." Lichtenberg ließ sich in weiteren Briefen an seinen Bruder in Darmstadt, an Kaltenhofer und auch an Dieterich weiter über Stade aus. Anfang September besuchte er für ein paar Tage das nahegelegene Hamburg. Ende September sind die Vermessungen erfolgreich beendet, bleibt aber noch um bis Ende Oktober die Erd-Tangente zu vermessen. Am 2. November schreibt er einen letzten Brief aus Stade an Dieterich. Das Abreisedatum Lichtenbergs ist nicht bekannt.
1774 - 1799 Mitherausgeber des "Göttinger Taschen Calender"
1775 Berufung zum ordentlichen Professor für Physik und Mathematik in Göttingen
1778 Erste Vorlesungen im Fach Experimentalphysik
1780 - 1785 Herausgabe "Göttingisches Magazin der Wissenschaften und Literatur" in Zusammenarbeit mit Johann Georg Forster.
1784 Herausgabe der dritten Auflage des Lehrbuches "Die Anfänge der Naturlehre"
1787 Herausgabe der vierten Auflage des Lehrbuches "Die Anfänge der Naturlehre"
1791 Herausgabe der fünften Auflage des Lehrbuches "Die Anfänge der Naturlehre"
1794 Herausgabe der sechsten Auflage des Lehrbuches "Die Anfänge der Naturlehre"
1799 Todesjahr

Die Daten sind verschiedenen Quellen entnommen, und wiedersprechen sich Teilweise. Der Großteil des Inhaltes wurde bezogen aus "Georg Christoph Lichtenberg 1773 in Stade, Hamburg und Helgoland" einer Studie von Jochen Plath