Hallo, liebe Freunde der Heimathistorie,
hier eine kurze Zusammenfassung der Erzählung "Hastenbeck" von Raabe:
Die "Wackerhahnsche" war eine Tochter aus gutem Hause (Name leider nicht
bekannt). Sie wurde von der Gesellschaft verstoßen, da sie ein Kind vom
Sollingförster erwartete. Sie heiratete diesen zwar, doch ihr Ansehen
blieb beschadet.
Der Förster ging sehr gnadenlos mit Wilderern um, die jedoch in den
meisten Fällen aus bitterer Armut und Hunger zur Jagd gingen. Aus Rache
wird er eines Nachts mit seiner Frau im Wald überfallen und getötet.
Auch die "Wackerhahnsche" wird nicht verschont und verliert durch den
Überfall ihr Baby.
Nach einiger Zeit des Umherirrens im Solling kehrt sie nach Boffzen
zurück, wo sie nicht von Mitleid, sondern von noch größerer Mißachtung
empfangen wird.
Sie schließt sich nun dem Heer des braunschweigischen Herzogs
als Marketenderin an. Während einer Schlacht wird sie durch
eine Kugel verwundet, die ihr später herausgeschnitten wird, und die sie
fortan wie einen Orden an einer Kette trägt.
Seit dieser Zeit humpelt sie, sie kann also dem Heer nicht weiter folgen,
und kehrt nach Boffzen zurück, um im alten Landwehrturm zu leben.
Die Geschichte der "Wackerhahnschen" wird in "Hastenbeck" erzählt im
Zusammenhang mit der Liebesgeschichte zwischen dem Pastorentöchterlein
Bienchen von Boffzen und dem Fürstenberger Porzellanmaler Pold Wille:
Pold war in einer Schlacht verwundet worden und aus dem Heer des Herzogs
von Cumberland desertiert. Er war also auf der Flucht, eine Verbindung zu
Bienchen daher unmöglich.
Die "Wackerhahnsche" pflegte Pold und versteckte ihn in ihrem Turm.
Schließlich lief sie zu Fuß durch den Solling nach Braunschweig, um beim
Herzog um Gnade für Pold zu bitten.
(Die Ehefrau des Herzogs nannte man "Lottine", nach ihr ist in
Fürstenberg ein Service benannt und es gibt auch von ihr eine
Porzellanbüste.)
Pold wird schließlich begnadigt und in tiefer Dankbarkeit setzt sich
Bienchen in Boffzen für die "Wackerhahnsche" ein. Sie wird nun
hochgeachtet zu einer Legende und jeder spricht nur in Heldentaten
von ihr. Doch sie selbst hat nun kein Interesse mehr an der
Gesellschaft und lebt zurückgezogen in ihrem Turm.

by Thomas Brodehl

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