DIE FLÜCHTLINGSSITUATION WELTWEIT IM 20. JAHRHUNDERT

Man kann es kaum glauben, wir leben im Jahr 2000 und es gibt immer noch so viele unsinnige Kriege und Konflikte weltweit.

Ziemlich aktuell aus dem Jahr 1999 ist der Kosovo-Konflikt und die "ethnische Vertreibung" von Zehntausenden in Ost-Timor. Beide Konflikte machen auf bedrückende Weise einmal mehr deutlich, dass überall auf der Welt Menschen in ihrem Heimatland gefährdet sein können, weil sie eine andere politische Auffassung besitzen, einer anderen Volksgruppe angehören oder einen anderen religiösen Glauben haben.

Zur Durchsetzung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Interessen scheuen Machthaber offensichtlich nicht, dieses Anderssein durch gezielte Ausgrenzung und Stigmatisierung zu sanktionieren.

Kosovo-Krise:

In dieser Krise zeigte sich die gesamte Dramatik der dieses Jahrhundert so prägende Massenflucht und Vertreibung sozusagen im Zeitraffer. Massive Menschenrechtsverletzungen, politische Unterdrückungen, schließlich gezielte ethnische Vertreibung als Fluchtursache.

Nie zuvor lagen Flucht, Vertreibung und Rückkehr für Hunderttausende von Menschen so nahe beieinander.

Menschen auf der Flucht - aber wohin?

Immer mehr Menschen werden weltweit gezwungen sein, ihre eigentliche Heimat zu verlassen. Doch immer weniger Schutzsuchende können mit einem sicheren Zufluchtsort rechnen. Vor allem die Zahl der Menschen nimmt zu, die innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben wurden und nirgendwo hingehen können!

In vielen Teilen der Welt werden zudem Flüchtlinge in ihrem Zufluchtsland schikaniert, interniert oder sogar gegen ihren Willen in ihr Herkunftsland abgeschoben.

In einigen Weltregionen werden Flüchtlinge von Land zu Land gehetzt, immer auf der Flucht vor gezielten Angriffen. Auch im Asylland ist die Sicherheit der Flüchtlinge oft bedroht.

Angriffe auf Flüchtlingslager, Vergewaltigung von Flüchtlingsfrauen und Zwangsrekrutierung von Jungen und Mädchen.

Reiche und arme Länder sind zudem inzwischen gemeinsam bestrebt, Flüchtlinge von ihrem Territorium fernzuhalten, Immer mehr Regierungen verweigern die Aufnahme von Asylsuchenden, die sie als politische, soziale und wirtschaftliche Bedrohung ansehen. In Politik und Medien werden Asylsuchende fast schon routinemäßig mit Betrüger gleichgesetzt, selbst dann, wenn sie augenscheinlich versuchen, aus bewaffneten Konflikten zu entkommen Die UNHCR stellt fest, dass in der letzten Zeit überall auf der Welt ein großer Teil der Rückkehrer unter irgendeiner Form von Zwang zur Rückkehr gebracht wurden.

Dies bedeutet, dass Millionen von Menschen in Länder zurückkehren müssen, die weiterhin unter Konflikten und Instabilität leiden.

All diese schrecklichen Dinge passieren in unserem doch so 'fortschrittlichen' Zeitalter, da stellt sich doch die Frage, wo die Menschlichkeit geblieben ist!!!

Flüchtlingskinder:

Weit mehr als 18 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Die, die es am wenigsten verstehen und am härtesten trifft sind die KINDER! Über die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder. Täglich werden es mehr.

Diese Kinder kann man mit Blumensamen vergleichen, die man in die Erde pflanzte, den man aber nie Wasser gegeben hat, sodass sie also nie blühen konnten..

Das Leben der Kinder ist erschüttert durch den Verlust ihrer Heimat, der gewohnten Umgebung.

Doch die Flucht in die so scheinbare Sicherheit birgt oft die traumatischsten Erlebnisse. Auf jedem ihrer Schritte sind sie Gefahren und Elend ausgesetzt. Sie schlafen in Gräben in Wäldern, an Straßenrändern, auf Flughäfen, Bahnhöfen und Booten.

Millionen von Jungen und Mädchen auf der Flucht wissen, was es heißt, Tag für Tag hungern zu müssen. Krank zu sein, ohne Hoffnung auf medizinische Hilfe, ohne Fürsorge und Zuwendung, alleingelassen in einer gefährlichen Umgebung.

Nie sieht man ein Lachen in den Gesichtern der Kinder, es ist ihnen auf der Flucht verloren gegangen. Sie mußten mit ansehen wie ihre Eltern inhaftiert oder getötet wurden - diesen Kindern wurde jedes Gefühl für Sicherheit geraubt. Sie sind Kinder ohne Kindheit!

Sie flüchten aus ihren Heimatländern, weil ihr Leben dort zur Gefahr geworden ist. Nur wenige können ein geliebtes Spielzeug oder einen Teddybären mitnehmen. Meist ist jedoch für diese kostbaren Habseligkeiten kein Platz - und vor allem keine Zeit, sie einzupacken. Manchmal sind die Träume und Erinnerungen an glückliche Tage alles was sie noch haben. Diese Kinder fliehen vor Hass, Krieg und Verfolgung, sie alle haben entsetzliches Leid gesehen. Viele von ihnen wurden alleingelassen, mißbraucht oder gezwungen sich auf die Seite irgendeiner Partei zu schlagen in Kriegen, die sie nicht verstehen.

An einem Zufluchtsort angekommen - verängstigt, müde, hungrig - gibt es für sie wenig Nahrung, kaum Wasser. Nur weitere Gefahren.

Man kann sich kaum eine Vorstellung machen, was diese Kinder ertragen müssen.

Sie schlafen fast jede Nacht hungrig ein, quälen sich mit dem Gedanken was wohl aus ihrer Familie geworden ist.

Die meisten dieser Kinder sind noch nie in einem Kino gewesen, Noch nie haben sie eine Kuh oder einen Hund gesehen. Zu viele von ihnen kennen Gras nur als etwas, das man essen kann, nicht als Spielfeld zum Herumtollen.

Kein Kind - kein Mensch überhaupt sollte so viel Leid erfahren.......

...... darüber sollten die dafür Verantwortlichen mal nachdenken , bevor sie das nächste Mal einen Krieg planen!

Denn: Solange es Krieg , Verfolgung, Intoleranz, Diskriminierung gibt, wird es Flüchtlinge geben.


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