Biographische Recherche

Ebba Margareta de Pers wurde am 13. Dezember 1907 in Wien geboren. Ihr Vater, Carlo Marquis de Pers, bekleidete eine hohe Stellung im Justizministerium. Seine Eltern stammten aus Italien und Österreich. Carlo de Pers heiratete die Schwedin Karin Gillblad, Ebba-Margaretas Mutter, die die Bedingung stellte, die Sommermonate auch weiterhin in Schweden verbringen zu können. Da Karin Gillblad stets ihre Tochter mit nach Schweden nahm, konnte diese nun zweisprachig aufwachsen.

Als Ebba-Margareta de Pers ein Jahr alt war, wurde ihr Bruder Odorico in Wien geboren. Allerdings hatte sie später an die Wiener Jahre nur undeutliche Erinnerung, denn bei Ausbruch des ersten Weltkrieges siedelte die Familie ganz nach Schweden über. Dies war nur möglich, weil Carlo de Pers pensioniert war und somit keine berufliche Bindung bestand. So hatten sie die Möglichkeit, die Zeit des Krieges im friedlichen Schweden zu verbringen.

Durch Fehlinvestitionen ging das Vermögen nach dem Krieg verloren. Da der Geldtransfer zwischen den Ländern auch nach dem Krieg nicht möglich war und somit die Pension des Vaters die Familie nicht erreichen konnte, mussten sie Schweden verlassen.

An eine Rückkehr nach Wien war auch nicht zu denken, da dort die Pension nicht für das teure Wiener Leben gereicht hätte. Deshalb zogen sie in die damals kleine, unscheinbare Stadt Salzburg. Hier war das Leben, insbesondere die Mieten, günstiger. In Salzburg lebte die Familie ganz zurückgezogen, während ihr Leben in Wien reich an gesellschaftlichen Veranstaltungen war.

In Salzburg besuchte Ebba-Margareta eine Klosterschule und verließ diese nach der zehnten Klasse. Sowohl ihre Eltern als auch sie selbst fanden, dass eine höhere Schulbildung nicht von Bedeutung sei und so bat sich ihr eher die Chance anderen Interessen nachzukommen. In diesen Jahren war es für eine Frau noch nicht wichtig einen Beruf zu erlernen. So war es auch im
Leben von Ebba-Margareta.

Durch die Bekanntschaft mit dem damals sehr bekannten Lyriker Franz Ginzkey bot sich ihr allerdings die Möglichkeit ihre lyrischen Fähigkeiten zu entwickeln. Ihre Texte wurden in verschiedenen Zeitungen und Anthologien gedruckt.

Ebba-Margaretas Eltern schickten das junge Mädchen zu Verwandten mütterlicherseits nach Stockholm, damit sie in die Gesellschaft eingeführt würde. Dort lernte sie Ernst von Freymann aus Finnland kennen, den sie im Oktober 1929 heiratete. Ebba-Margareta folgte ihrem Mann in seine Heimat.

In Finnland schrieb sie wenig, da ihr Leben sie dort vollkommen ausfüllte. Sie musste sich an eine neue Situation gewöhnen, nun war sie die Hausfrau und Gastgeberin. Auf einem Gut wie dem ihres Mannes war es eine Selbstverständlichkeit, dass man über das nötige Personal verfügte; Gäste aus dem In- und Ausland gingen auf dem Gut ein und aus, doch Ebba-Margaretas Gastgebertätigkeiten konnte man fast mit einer Berufstätigkeit vergleichen. Dennoch verspürte sie, dass ihr etwas fehlte.

Ebba-Margareta gebar zwei Kinder, 1932 ihre Tochter Thelma und im Jahre 1935 ihren Sohn Kaarlo. In dieser Zeit bestanden ihre Pflichten in der Familie allein in der Repräsentation. Sie wurde eine brillante Gastgeberin, was allerdings einen Großteil ihrer Zeit in Anspruch nahm, so dass sie weder mit der Führung des Haushaltes noch mit der reinen Pflege ihrer Kinder sehr viel zu tun hatte.

Als allerdings am 30. November 1939 durch den Angriff der Sowjetunion auf Finnland der Winterkrieg begann und Ebba-Margareta allein mit den Kindern zu Freunden nach Schweden flüchtete, realisierte sie, dass sie ohne Unterstützung der Freunde nicht in der Lage gewesen wäre, ihre Kinder zu versorgen.

Aus diesem Grunde stellte sie nach ihrer Rückkehr eine Kochlehrerin ein, mit deren Hilfe sie nun ihre häuslichen Fähigkeiten verbesserte und von der Pieke auf kochen lernte.

Als im Herbst 1944 Finnland kapitulierte, musste die Familie von Freymann erneut fliehen, da die Sowjetunion die Auslieferung Ernst von Freymann forderte. Allerdings verweigerte Schweden das erhoffte Asyl, so dass sie nach Deutschland flohen. Die Flucht bedeutete den Verlust der gesamten vertrauten Welt und den Sprung ins Ungewisse. Auch brachte sie viele Gefahren mit sich, die man im einzelnen kaum nachzuempfinden vermag.

In Chaos des Jahres 1945 blieb die Familie in Lüneburg hängen. Die äußeren Lebensumstände waren von der damaligen allgegenwärtigen Not geprägt. Hunger und Frieren gehörten zum Leben dazu. In Deutschland wurden von Freymanns ab 1946 von schwedischen Freunden unterstützt. Diese schickten regelmäßig Notpakete, damit die Flüchtlinge nicht hungern mussten. Ebba-Margareta stand diese Zeit der Flucht, des Unglücks, genauso souverän durch, wie man sie aus ihrer Zeit auf dem großen Gut kannte.

Niemals zweifelte sie daran, dass alles wieder besser würde. Hoffnung gab es für sie immer, so dass man sie in dieser ganzen Zeit nie mit einem traurigen Gesicht sah. Stets lächelte Ebba-Margareta und konnte so ihrem Mann, den Kindern und dem Rest ihrer Umwelt Mut machen.

Als Ernst von Freymann im Januar 1958 starb, ging Ebbas Sohn Kaarlo zurück nach Finnland und wurde dort Geschäftsmann. Ihre Tochter blieb in Deutschland und war berufstätig, aber nicht in Lüneburg. Ebba-Margareta blieb allein in dem 1951 erbauten Haus in Lüneburg zurück. Doch sie hatte viele Freunde und zum ersten Mal
war ihr Leben nicht in einen Familienalltag eingebunden. So konnte sie über ihre freie Zeit verfügen, was sie auch eine Zeitlang genoss.

Nach 19 Jahren des Alleinseins bezog Ebba-Margareta mit ihrer Tochter zusammen ein neues Haus in Söhre bei Hildesheim. Das Haus in Lüneburg wurde 1977 kurz vor ihrem 70. Geburtstag verkauft.

Bereits in Lüneburg hatte Ebba-Margareta von Freymann als Übersetzerin gearbeitet. In Söhre ging sie dieser Tätigkeit weiter nach. Mit großer Hingabe übersetzte sie Gedichte von J.R.R.Tolkiens aus dem Englischen, was ihr großen Erfolg einbrachte.

Leider gelang es ihr nicht einen eigenen Gedichtband zu publizieren, doch einzelne Gedichte wurden in Heimatkalendern und Zeitungen publiziert. Teilweise wurden sie auch im Radio vorgestellt. Außerdem veranstaltete Ebba-Margareta Gedichtabende mit musikalischer Untermalung. Die Gedichte fanden in ihrer breiten Zuhörerschaft sehr großen Anklang. Um so
unverständlicher ist es, dass sich kein Verlag überzeugen ließ.

In den letzten Jahren ihres Schaffens nahm sie neue Aspekte in ihren lyrische Texten auf. Wie schon immer war ihr die Natur sehr wichtig und in ihren späten Werken kann man einen unverkennbaren Ton des Abschiedes erkennen.

Die letzten eineinhalb Jahren vor ihrem Tod verbrachte die Dichterin in einem Alten- und Pflegeheim. Die Dichterin starb im November 1995. 



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