„Die Sache mit den Weihnachtsmännern" von Wolfram Hänel

Charlotte erzählt weiter:    (ab S. 89) Telefon

 ...
Als ich nach Hause ging, dachte ich noch lange nach: Was machten zwei Weihnachtsmannkostüme in einer Mülltonne? Doch ehe ich meinen Kopf zerbreche, ruf ich erst mal Paul an. Der sagt doch selbst immer: „Ich bin doch sooooo schlau, da wird selbst Dr. Allwissend neidisch !"
Mal gucken, was er dazu sagt. Ich erzähle ihm alles, einfach alles, was ich  gesehen habe. Als ich fertig war, fiel mir ein, dass ja heute Weihnachten ist und ich mit meinem Vater einen Weihnachtsbaum aussuchen muss.Noch eine Mütze...
Aber Paul dachte in dieser Zeit anders: „Komisch, jetzt auch noch Weihnachtsmannkostüme und auch noch zwei, da stimmt doch was nicht? Mal sehen, ob noch die Weihnachtsmannkostüme drin liegen." Er kletterte über den Balkon und hops war er an der Mülltonne. Er wollte gerade nachgucken, da hörte er zwei Stimmen und ein paar Schritte. „Nichts wie weg!", dachte Paul und hüpfte hinter einen Karton. Plötzlich sah er zwei Gestalten, der eine Mann hatte ‘ne Glatze und der andere eine Sonnenbrille, genau wie Paul.
Der eine sagte: „Ey, hast du das auch gehört?"
„Nee, was denn?"
„Na, das Geräusch eben!"
„Nee, das hab ich nicht gehört; ist auch egal, lass uns schnell die Sachen holen und dann loslegen in der Bank!"

 Als die beiden den Sack mit den Weihnachtskostümen nahmen, wurde Paul alles klar, nämlich dass heute am 24. um diese Uhrzeit (11 Uhr) ein Einbruch passieren musste.

Als die beiden Gestalten weg waren, nahm Paul die Beine in die Hand und rannte zu mir, so schnell er konnte. Da hatte er Glück, denn mein Vater und ich waren gerade zurückgekommen. Nachdem Paul mir alles erzählt hatte, sagte er: „Schnell Prinzessin, komm, die schnappen wir noch."
Er hatte Glück, dass ich mitkam und ihm nicht eine Ohrfeige gegeben habe.
 
 
 

Als wir ankamen, waren wirklich zwei Männer in Weihnachtsmann-Kostümen da. Zum Glück stand da eine Telefonzelle und Paul wählte schnell „110".
 

Einige Minuten später kam die Polizei und die Räuber wollten wegrennen, doch Paul stellte ihnen ein Bein und sie fielen hin. Das war cool - voll in die Pfütze!

Später bedankten sich die Polizisten bei uns, denn sie hatten die Räuber schon lange gesucht.
Ich lud Paul zu uns ein, um mit uns Weihnachten zu feiern. Er sagte: „Wusst’ ich doch", aber ich wusste überhaupt nicht, was er meinte.
Na ja, wenigstens fiel Weihnachten doch noch gut aus!

Kevin