Mein Erbe  

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Aus dem Interview mit Anne Galle

In dem Text Mein Erbe, was ist Es?

Das ist das zentrale Wort in dem Text. Ich kann versuchen, das Wort ein bisschen zu übersetzen. Das ist das, was in einem Menschen unterbewusst wirkt. Die Psychologen sagen dazu das Unterbewusstsein. Das Unterbewusstsein kann einem ganz schöne Streiche spielen, indem man sich z.B. anders verhält, als man möchte. Aber dann ist da irgendwas im Unterbewusstsein, was einen dazu bringt, dass man sich anders verhält. Manchmal hat man dann Mühe, das hinterher mit seinem eigenen Bewusstsein zu verbinden. Aber die Geschichte wäre total langweilig, wenn ich da vom Unterbewusstsein reden würde. Mir kam es darauf an zu zeigen, dass dieses Unterbewusstsein so stark sein kann, dass es sich wie ein eigenes Wesen verhält , wie ein Tier, ein Lebewesen oder ein anderer Mensch.

Es kommt einem so vor, dass die Ich-Erzählerin das Tier überhaupt nicht mag und es eklig findet. Aber wieso lässt sie es dann auf ihr Kopfkissen?

Da ist eine allmähliche Annäherung zwischen den beiden. Dieses Nicht-Mögen, dieses Sich-nicht-mögen, das ist auch etwas, was jeder Mensch erlebt. Es gibt immer solche Situationen oder Verhaltensweisen, die man bei sich selbst nicht so gut akzeptieren kann.

Das mit dem Kopfkissen, das ist eine allmähliche Annäherung.. Diese Ich-Erzählern beginnt damit, dieses Es, dass sie erst als feindlich empfindet, allmählich bei sich aufzunehmen, bei sich zu integrieren und zu akzeptieren, also eins zu werden mit dem Unterbewusstsein. Das ist das, was die Psychologen unter einer heilen Persönlichkeit verstehen, dass das Bewusstsein das Unterbewusstsein auch akzeptiert. Dass man auch die Regungen des Unterbewusstseins kennt und dadurch sich selber auch besser kennt. Sie kann den Vater zum Schluss einerseits ein bisschen verstehen, andererseits ihn viel besser loslassen und drittens viel stärker sie selber sein.

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