Stimmen zum Buch  1/6

Cornelius Riewerts schreibt über

 das Buch in der 

Oldenburgische Volkszeitung.

 

 " Wenn er (Bischof Clemens August von Galen) seine Kanzelansprachen sonntags gehalten hatte, kamen sie dienstags schon über den britischen Sender. Bis unseren Eltern eine Abschrift der Predigten zugespielt wurde, dauerte es auch nur vierzehn Tage, Ich erinnere mich noch heute so deutlich daran, weil Vater mir zu verstehen gab, ich (14) solle die Predigten mit seiner Schreib- maschine abschreiben und möglichst viele Durchschläge machen. " 

 

B
Stimmen zum Buch  2/6

von Cornelius Riewerts

Paul Brägelmann in seinem Buch "Als die Kreuze Haken hatten - Erinnerungen an eine Jugend im Tausendjährigen Reich-. Der Autor hätte seinem nicht nur heimathistorisch außerordentlich bemerkenswerten Werk ursprünglich den Titel "Als die Kreuze Haken hatten, erkannten wir uns am Dialekt" geben wollen. "Wir", das war bodenständige, im besten Wortsinne milieukatholische Bevölkerung des Oldenburger Münsterlandes, die sich gegenüber der NS-Ideologie fast vollständig als immun erwies und das angestammte Plattdeutsch als sprachlichen Schutzschild gegen die "hoch- deutschen" Nazigrößen verwendet.

 

 

C
Stimmen zum Buch  3/6

von Cornelius Riewerts

Gewiss,  und gerade Brägelmanns Buch macht dies in seiner Ehrlichkeit deutlich, Widerstandskämpfer waren die Südoldenburger nicht. Aber sie haben aus der tiefen Verwurzelung im katholischen Glauben und einer nie in Frage gestellten wertorientierten Erziehung die Kraft für zumindest passive Resistenz gegen den brauen Ungeist geschöpft und mitunter das einleitende Textbeispiel zeigt dies - auch aktiv gegen die Nazis gearbeitet. Schon das insgeheim praktizierte Aufbegehren war gefährlich genug für die 13köpfige Familie des Hauptlehrers Franz Brägelmann: Der Vater hatte der Grundsteinurkunde für sein neues Haus seine Erkenntnisse über die Bluttaten der Nazis anvertraut. 

 

 

D
Stimmen zum Buch  4/6

von Cornelius Riewerts

Unbekannte stahlen den Behälter mit der Urkunde, und jahrelang lag die Angst vor der Gestapo über der Familie. Jugend im "Tausendjährigen Reich", das war ein eigenartiges Nebeneinander ganz unterschiedlicher Erfahrungen und Einstellungsweisen. Da war unbeschwertes Lausbubendasein, durchaus Begeisterung für das Militär und die Anfangserfolge der Wehrmacht, das notgedrungene.

 

 

E
Stimmen zum Buch  5/6

von Cornelius Riewerts

Mitlaufen bei den HJ- Pimpfen und die Konfrontation mit der anlaufenden Kriegsmaschinerie der Nazis, in die Paul Brägelmann als 16jährer Luftwaffenhelfer in Vechta gerät, später als Arbeitsdienstmann und schließlich als Soldat in Mecklenburg, Dänemark, im Saarland und im Sauerland das alles wird von Brägelmann reflektiert mit minutiöser Erinnerungsgabe, mit Gottvertrauen und viel Humor.

 

 

F
Stimmen zum Buch  6/6

von Cornelius Riewerts

So verdanken wir Brägelmann ein spannendes und anrührendes Stück erlebter Zeitgeschichte - besonders glaubwürdig, weil der Autor die historisch so einschneidenden Jahre zwischen 1933 und 1945 Plastisch nachvollziehbar macht, indem er das Geschehen vom konkret erlebten "Mikrokosmos" her aufbereitet: Namen, Schauplätze, Situationen sind vielen Leser/innen nur zu gut vertraut. 

Paul  Brägelmann, Als die Kreuze Haken hatten, Bremen (Edition Temmen) 1998, 192 Seiten, 29,80 DM.