Das Kreuz! DasKreuz!

Diese Forderungen skandierten die Südoldenburger in der Cloppenburger Weser – Ems – Halle als die Nazis die Kreuze aus den Schulen entfernen wollten.....
Zu Zeiten des Nationalsozialismus erreichte die Verfolgung der Religionen auch das südoldenburger Land. Die Entfernung der Kreuze und der Lutherbilder aus den Schulen wollte die hiesige Bevölkerung nicht einfach so hinnehmen.

Diese Verfolgung ist das Thema des Buches "Als die Kreuze Haken hatten" von Paul Brägelmann.

 Im Spätherbst 1936 verfügte der Oldenburgische Innenminister Pauly, dass die Kreuze und Lutherbilder aus den Schulen zu entfernen seien.

Daraufhin brach in der katholischen Landbevölkerung ein Sturm der Entrüstung los: Handwerker brachten auf den Kirchtürmen beleuchtete Kreuze an; von mehreren Kirchengemeinden wurden Delegationen bei Pauly vorstellig, die ihm derb die Meinung sagten; in Wallfahrtsort Bethen versammelten sich 3000 Kriegsveteranen auf einer Protestwallfahrt.

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Als Ministerpräsident Röver versuchte, "den Stier bei den Hörnern zu packen" und den Aufruhr auf einer Versammlung in Cloppenburg unter Kontrolle zu bringen, wurde er von Tausenden aus den Südkreisen empfangen, die durch skandierte Zwischenrufe die Rücknahme des Kreuzerlasses von ihm erzwangen. Für viele Lehrer waren das schlimme Tage.

Die Entfernung der Kreuze aus der Volksschule in Ellenstedt bei Goldenstedt führte nicht nur zu einer Kränkung der katholischen Bevölkerung, sondern auch zu einer Lähmung des Kampfgeistes der Soldaten im Felde. Die Nazis mussten begreifen, dass sie auf massiven Widerstand stießen. So nahmen sie den Erlass in einem Schreiben vom 27. November 1936 an das Offizialat und gültig für alle Schulen und Kirchen zurück. Der Minister erklärt darin ausdrücklich, er habe sich davon überzeugt, dass das Kreuz als wichtiges, religiöses Symbol anzusehen sei. Er habe deshalb, um den Gefühlen der Bevölkerung Rechnung zu tragen, angeordnet, dass die Schulen das Kreuz behalten dürfen. Am darauf folgenden Sonntag erklang in allen Südoldenburger Kirchen das Te Deum aus Dankbarkeit.Tondokument

Für die Lehrer – als Staatsdiener – war das eine schlimme Zeit Paul Brägelmann erzählt, dass sich sein Vater tagsüber im Haus herumdrückte. Er wollte nicht durch eine unbedachte Äußerung den Zorn der Nazis auf sich ziehen. 

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