A

Am sonnigen Donnerstag, den 4.5.2000, besichtigten wir zusammen mit Herrn Paul Brägelmannn die alte Schule in Südlohne.

An den einzelnen Orten begann Herr Paul Brägelmann zu erzählen:

Die Schule wurde im Jahre 1858 als Bauernhaus errichtet und später als Schule genutzt. Die Schule liegt auf einer eiszeitlich geprägten Düne. Daher waren Spiele im Sand, wie z. B. das Knickern eine beliebte Freizeitbeschäftigung.

Früher waren die Lehrer Selbsterzeuger und besaßen eine kleine Landwirtschaft, somit war das Schulgelände sehr groß und bot viel Platz zum Spielen.

Im Winter wurde auf zugefrorenen Pfützen oder in kleinen Mulden um die Wette "geglitscht", d.h., wer erreichte die weiteste Strecke. Das Spiel der Spiele war Fußballspielen – und zwar barfuß!! Schuhe gab es nur für Sonntags zum Kirchgang. Geld für Spielzeug gab es auch nicht, dafür aber einen "äußerst interessanten Spielplatz", der alle Abenteuerwünsche erfüllte. Es gab einfach "viele Kinder, viele Spielgesellen – aber auch viel Arbeit (s. Bericht: Kindheit und Jugend !)

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B

In bäuerlichen Nachbarschaften hatte jedes Mitglied seine feste Aufgabe. Der Bauer, der am nächsten bei der Schule lag, hatte den Auftrag allmorgendlich die Kinder mit seinem Karren zur Schule zu fahren. Ein anderer musste, wenn es irgendwo Nachwuchs gegeben hatte, den Kilmerstuten liefern.

Viele Kinder zu haben war damals nicht unüblich, in der Familie Brägelmann waren es 11 Geschwister. Paul war der vierte in der Reihe. Selbstverständlich schliefen in einem Bett zwei Kinder, in einer Klasse saßen 50 Kinder – damals für die Lehrer kein Problem. Das

Klassenfoto wurde immer an derselben Stelle gemacht.       Eine Bildergalerie starten

Die Menschen im Dorf waren arm, es gab aber keinen Hunger. Viele Väter waren neben der Landwirtschaft auf den Nebenerwerb angewiesen. Andere wanderten aus.

In beeindruckender Weise hatten wir dann eine Autorenlesung an exakt den Örtlichkeiten, von denen diese plattdeutschen Texte erzählten.

(Schade, dass wir diese Videoaufnahmen nicht ins Bild stellen können.)

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C

Katharina würde jetzt diesen plattdeutschen Text lesen.......

Südlohner Sommer Jeder, dei'n Harken trecken kunn, haar mitmößt nao dei Wiske. Dei Burn wassen an't hain. Dei Kinner, dei buten noch nich helpen bruken, wörn uppen Schaulbarg inne Sandkuhlen an't spälen. Innen Huse wassen bloß noch dei Katten un dei Fleigen. 

Bi Sünnenschienweer kömen uck dei lüttken Klodden inne Sandkuhlen gaut taurechte. Sei seten up dei warmen Grund, decken ehre bloten Beinkes mit Büülsand tau un versöchen, Kauken tau backen, dei aower nich staohnen wullen. Immer weer leten sei denselben Sand dör ehre Fingers fleiten. Ein lüttken Jungen kreeg wat inne Ogen, do nöhm üm einen up un freef üm dat Gesicht af. 

'n poor Wichter laiten dat Waoter vanne Schaulpumpen inne Sandkuhlen herin. Twei reten dat Schwengel up un daol un haolen uut dei Pumpen heruut, wat se man gäben wull. Ännerswecke verwohrn ddi Gäöten nao dei Kuhlen tau. Dor,staun se dat Waoter achter'n Rämel uut witten Sand un frain sick immer weer van neien, wenn d'r sovääl Waoter kaomen dee, dat dei Diek't nich holen kunn. Dei Junges gröben sick inne Grund. Sei baun sick Burgen. Den Sand schmeten se tau Wälle up, un af un tau fägen se al'n Schüppkenvull dorvan nao dei ännern heräöwer. Wanneier keken se bloß noch mit'n Töppen uut ehr Löcker heruut un wüdden immer wähliger: je deiper at sei gröben, üm so mehr kööm ehr dat d'r up an, dei ännern dei Burg stückentaumaoken. Gäspenwiese haolen se sick Waoter uut dei Gäöten un füngen an tau schwittken. Einen fünd'n Deusen. Waoter un Sand, dat günk aal ein'dörnänner. Un dei Wichter kömen d'r uck mit tüsken. Van ehrn Diek was nao'n Ogenblick man bloß eine natte Stäe äöwerbläben. Dei Sünnen was in Tüskentied grötter worn un seet uck al'n Stoot achter den dicken Barken, dei anne Kuhlen stünd. Innen Schatten was't nich mehr so mollig warm. ,Kaih kaomt! Kaih kaomt!', larmde d'r well. Dei Burn haolen dat Melkveih in. Dann wüd't Tied nao Huus.

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