24 SchülerInnenfragen zu persönlichen Vorlieben und Standpunkten:

 

1. Was essen Sie am liebsten?

Langfristig die italienische Küche. Wenn ich bei Muttern in Uelzen bin, esse ich alles, was auf den Tisch kommt.

Im Alltag ernähre ich mich regelmäßig für einige Wochen von nur ein oder zwei Nahrungsmitteln, bis sie mir zu den Ohren rauskommen. Dann beginnt die nächste Welle.

Zur Zeit: morgens Croissants - kein Mittagessen - abends Tomaten, Basilikum und Mozzarella.

Ich hatte auch schon Phasen mit Haferflocken und leider mit Kuchen.

Kurz bevor ich mit einem neuen Buch anfange, ist es mit Süßigkeiten am schlimmsten. Läuft das Schreiben erst einmal,kann der süße Schweinkram entallen.

2. Was trinken Sie am liebsten ?

Morgens Kaffee, tagsüber Kaffee.

                    Alkohol sehr selten, wenn dann Rotwein, ziemlich guter bzw. teurer. Über 30 Mark

                    die Flasche. Schnäpse einmal im Jahr.

                    Da ich eine kleine Tochter habe, trinke ich oft das, was sie trinkt: morgens Kakao,

                    tagsüber Apfelschorle.

                    In jüngeren Jahren auch Tee, mit Schaudern denke ich an Jasmin- und Vanilletee-

                    Phasen zurück.

3. Haben Sie Kinder?

Eine Tochter, drei Jahre. Ich nenne sie Lili, die Mutter nennt sie Josephine. Sie hört auf beide Namen gleich schlecht.

          4. Waren Sie gut in der Schule?

                    Bis zur Pubertät war ich sehr gut. In der Pubertät hatte ich wichtigeres zu tun.

                    Nach der Pubertät habe ich auf Lücke gelernt, praktisch nur noch Deutsch und

                    Gemeinschaftskunde. Gar nicht mehr Latein.

5. Was sind Ihre Lieblingsfächer gewesen?

In der Grundschule (hieß bei mir Volksschule) fand ich Schule insgesamt toll und wollte meine KlassenlehrerinFrau Nikulla heiraten. (Lucas Backmeister Schule) in Uelzen.

Später Deutsch und Gemeinschaftskunde.

Wir litten in den sechziger Jahren unter großem Lehrermangel und auch Raummangel (Unterricht manchmal nachmittags). So fielen die Naturwissenschaften oft aus. Und die Arbeitsgemeinschaft französisch fiel ebenfalls bald aus (dafür habe ich da Schach gelernt).

Religion fiel nie aus, dafür habe ich mich nach der Konfirmation abgemeldet, als einziger in der Klasse.

6. Sind Sie mal sitzen geblieben in der Schule?

Nein.

7. Was mögen Sie an anderen Menschen?

Dass sie genauso wie ich versuchen, ihrem Glück hinterher zu jagen. Und dass wir alle nicht so richtig wissen, wie man es anstellt, glücklich zu sein.

                    Ich mag Menschen, die sich realistisch einschätzen. Und wenn sie sich über-

                    Schätzen, sollen sie wenigstens sympathische Träumer sein.

8. Welche Eigenschaften schätzen Sie an sich besonders?

Ich bin, was Arbeit betrifft, von absoluter Zuverlässigkeit. Ich kann gut einschätzen,

was ich kann und was ich nicht kann. Ich halte Termine (außer wenn ich Fragebogen beantworten muss).

Ich bin ein smarter Bursche, dem langsam die Haare ausfallen.

Ich kann gut reden und habe keine Angst vor Menschenansammlungen.

Seitdem ich mich kenne, ist grün meine Lieblingsaugenfarbe.

9. Was verabscheuen Sie?

Ich bin rechthaberisch und sage anderen Leuten gern, wo es langgeht, zum Beispiel meinen Lebensgefährtinnen, weswegen ich mich manchmal an eine neue Lebensgefährtin gewöhnen muss.

                    10. Was ist Ihr größter Fehler?

                    Ich habe zu Geld kein Verhältnis und kapiere nicht immer, dass man es nur einmal

                    Ausgeben kann und das es beim zweiten mal „Schulden machen“ heißt.

                    11.Welchen Fehler entschuldigen Sie an anderen am ehesten?

                    Dass sie schwach sind oder sich schwach fühlen.

          12.Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Ein Instrument spielen zu können, wäre nett. In der Schule wollte mir meine Musiklehrerin das Cello nahe bringen. Leider kam ich da gerade in die Pubertät und zog die Stereoanlage vor.

13. Mit wem möchten Sie gerne eine Verabredung treffen?

Nicht mit einem Prominenten. Davon kenne ich zu viele (direkt oder indirekt), um sie noch spannend zu finden.

Vielleicht ein Fanatiker, ein verrückter Erfinder, der seiner Zeit voraus ist oder der etwas erfunden hat, was es längst gibt.

14. Welche Gestalt in der Geschichte schätzen Sie besonders?

Alle Mensche, die nie sagen: Das haben wir schon immer so gemacht ODER: Das haben wir ja noch nie gamacht.

15. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

Ich mag viele, will keinen nennen, weil er dann wie die Nummerr 1 wirken würde.

16. Welche bedeutende Frau der Geschichte schätzen Sie?

Alle Hexen.

17. Welche bedeutende Frau heute schätzen Sie besonders?

Ach, fragt mich doch was leichteres.

18. Welche Musik lieben Sie?

In jungen Jahren Rock und Pop.

                    Ab etwa 15 mochte ich Angejazztes mit Rhythmuswechseln, die es unmöglich

                    machen, danach zu tanzen.

                    Heute mag ich jede Musik, die mir gute Laune bereitet.

                    Die gegenwärtige Hitparadenmusik ist mir fremd. Boygroups finde ich extrem

                    dämlich.

                    An klassischer Musik mag ich Bach, manches von Beethoven.

                    Oper treibt mich in die Flucht.

19. Womit verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?

Streng genommen habe ich keine Freizeit, weil ich immer auf dem Sprung bin zu schreiben. Die Teilung in Arbeit und Freizeit wird ja auch unnötig, wenn Arbeit nichts negatives mehr ist. Außerdem übe ich beides am gleichen Ort aus.

                    Ich spiele gern mit der Tochter.

                    Ich zappe gern durchs Fernsehprogramm und bringe damit alle im Raum zur Rase-

                    rei, weil ich nach maximal fünf Sekunden weiß, was läuft und ob es mich interes-

                    siert. Deshalb gucke ich meistens allein fern, aber insgesamt sehr selten.

                    Ich liebe es, Tageszeitungen zu lesen. Fünf habe ich abonniert, darunter auch die

                    AZ. Sie kommt immer einen oder zwei Tage später, weil es von Uelzen nach Ham-

                    burg so weit ist.

                    Ich habe zwei Dorfromane geschrieben und plane einen dritten. Die Ideen zu diesen

                    Projekten hole ich mir gern aus der AZ.

                    20.Wofür geben Sie gerne Geld aus?

Für Bücher. - Für Klamotten, die ich einer Frau schenke. - Für Pixi-Bücher, die ich meiner Tochter schenke. - Ich gehe gern essen und oft da ,wo es nicht billig ist.

          21.Was bedeutet Ihnen Mode?

                    Mode finde ich sehr attraktiv, solange sie sich nicht an meinem Körper abspielt.

                    Ich kann mich schwer trennen, auch von Klamotten und besitze viele Hemden, T-

                    Shirts und Hosen von biblischem Alter, die meine Mitbewohnerinnen für ihr Leben

                    Gern in den Müll werfen - immer „aus Versehen“.

          22.Wie stehen Sie politisch?

                    Als ich 18 war, trat ich in die SPD ein. Dann wurde meine Freundin schwanger und

                    Der Uelzer SPD-Bürgermeister äußerte sich gegen die Abtreibung. Da trat ich aus

                    der SPD wieder aus.

                    Ich gehöre keiner Partei an und wähle die Grünen, seitdem es sie gibt. Erststimme

                    zähneknirschend der SPD.

                    Lange wird das nicht mehr so bleiben, weil die Grünen für meinen Geschmack im-

                    mer zahnloser werden.

                    Ich mag Querdenker in den Parteien, egal in welcher Partei, habe nichts gegen

                    Konservative, wenn sie ihre Sache gebildet und geistreich vertreten, was die meisten

                    nicht können.

                    Ich habe großen Respekt vor Kommunalpolitikern. Sie wissen besser als alle ande-

                    ren Politiker, was die Menschen wirklich wollen und verabscheuen.

          23.Was halten Sie von der neuen Rechtschreibung?

Die Reform ist viel zu feige und defensiv durchgeführt worden. Ich hätte mir radikalere Änderungen gewünscht. Wenn eine Sprache so kompliziert ist, dass sie kaum noch jemand fehlerfrei schreiben kann, dann stimmt etwas nicht. Warum soll ausgerechnet die Rechtschreibung tabu sein?

          24.Ihr Motto?

Ewig währt am längsten.