Ernst August Schlömer - Leseproben

De erste Schooldag

Inschaulung hat et vör körten gäben,
für de Jüngsten een Insnitt int Läben.
Et beginnt mit dem Unnerrichten
För düsse de ersten Plichten.

Et stellt na dem ersten Dage
De öllern nu de Frage:
&puotl;Na Junge, wat makst du förīn Gemaule,
hat et di nich gefallīn inner Schoole?&puotl;

Fritzchen, apensichtlick in Wut,
bringt dann düsse Antwurt rut:
&puotl;Gor nich schlecht, doch wi sind nich fertig wurrīn,
nu kann ick dor morn allwer henslurrīn!&puotl;

(vorgetragen beim Estorfer Scheunenfest, Sept. 92, von Kristina Menze)

aus &puotl;Plattdütsch Kunterbunt 2&puotl;
von Ernst-August Schlömer


De ungeplante Grotfamilje

Een nich mehr ganz frisket Ehepaar, dem et nich vergönnt was, de Familje
mit eegenen Kinnern tau vergröttern, woll sick wenigstens een bequemet
Läben günnen. Se gäwet eene Anzeige up: &puotl;Kinderloses Ehepaar sucht
Haushaltshilfe. Junges Mädchen wird bevorzugt.&puotl;
Tatsächlich meldīt sick hierup een Smuckstück van Deern mit langen
blonden Haaren. Se is den beiden gliek sympathisk un kann de nächste
Wäke anfangen.
Se was fründlick, fliedig un pienklig sauber. Bloß wenn de Obend ran-
kamm was se nich tau hoolen. Se güng stännig up Walze van eener Disko
inne annere.
Eenes Dages was et dann ok so wiet, dat se sick een Släpelse infangen har.
Verbittert un mit weenenden Ogen steiht se vör ehrer Chefin un seggt:
&puotl;Gnädige Frau, et deit mi leed, ower ick kann leider nicht blieben. Ick
erwarte een Kind, un de Vader hat mit sittenlaten.&puotl;
De Fraue wieset Mitgeffööhl un meent: &puotl;Och, dat is doch keen Beenaff. Du
kannst bi us blieben. Wi ward dat Baby adopteern.&puotl; Owerglücklich van
Soväl Gegenleewe settet se se Arbeit fort.
As nu een wiederet Johr int Lant gahne was, stunf de Deern all wer vör
Den Problem, een vaderloset Kind tau kriegen. Dat Ehepoor wiekede ower
nich van sinen Prinzip aff, un owernamm ok dütt Kind.
Wenn se nu glöbrn, dormit was et dann vörbi, Fleitjepiepen, dor harn Uhle
säten. Twee Johr weddehaalde sick dat Spellwark noch,, un ok düsse
beiden Kinner wurn van dem Ehepoor adopteert. Et leep allet bestens.
Jeder packede kräftig an un et wurd langsom īne lustige Gesellschaft. Dat
noch mol soväl Läben inne Bude kamm, harn sick de beiden Senioren mit
besten Willen nich drömmen laten.
As nu ower dat füffte Johr ansteiht, kummt de junge Mudder un hat wer
eene Owerraschung.
&puotl;Leewe gnädige Frau, ick künnige hiermit taum nächsten Ersten&puotl;, bringt
se zögerlick hervör.
&puotl;Ja, wiese denn dat?&puotl; kummt jetzt entsettet de Frage.
De junge Mudder kickt verlägen vör sick dal un bringt tauer Entschüll-
gung vör: &puotl;De Arbeit wird mi langsom tauväl. Ick heff mi bi eenen
kinnerlosen Ehepoor bewörben, nich bi eener Grotfamilje.!&puotl;

Eine Karikatur zur Geschichte.

De unbissige Hund

As Karl sick för sine Piepen noch kört een Päckchen Krüllsnitt uten Laden haalen well, mot heetwas luern, denn et sind noch eenige Kunden vör ehn.
ünner annern steiht ok 'ne vörnähme Dame mit ehr'n Pekinesen vör ehn. De Hund interessiert sick unafflässig för sine Beene un Karl geiht vörsichtshalwer een Stücke trügge. As de Dame dat market meent se: &puotl;Sie brauchen keine Angst zu haben - mein Hund beißt nicht!&puotl;
&puotl;Ick heff ok keene Angst, dat he mi bitt&puotl;, kontert Karl trügge. &puotl;Ower he bört jümmer dat eene Been an, un ick befürchte, dat he mi vör't Schienenbeen tampen well!&puotl;