Autor: Ernst-August Schlömer - Ein niederdeutscher Dichter

Vortrag - Ohne Sound

In Estorf, im Kreis Nienburg/ Weser lebt Ernt-August Schlömer (1934), der schon früh in seiner Jugend die Liebe zum Plattdeutschen entdeckte. 1980 fing er an, Erzählungen und Gedichte zu schreiben, die er auf Familienfeiern und anderen Festlichkeiten vortrug.
All diese Texte verschwanden in diversen Schubladen. Sechs Jahre dauerte es schließlich, bis Schlömer erstaunt feststellte, dass man daraus ein kleines Buch machen konnte. Doch dann kam es dicke: Es erwies sich als nicht möglich, einen Verlag zu finden. Alle Bemühungen schlugen fehl. (Originalton Schlömer). Und so entstand der eigene Schünebusch-Verlag. 'Dönekens und Harkelse' heißt sein erster Gedichtband, der mit hübschen Illustrationen versehen ist und Gedichte über das Dorfleben, die Natur und eben alles enthält, was so auf dem Dorf geschieht. Hören wir uns nun ein kleines Gedicht an, dass eine Attacke auf eingebildete Kranke, Hypochonder darstellt.
Können sie über das Gedicht schmunzeln? Wenn ja, dann hat der Autor aus Estorf sein selbstgestecktes Ziel erreicht. Ernst-August Schlömer versteht sich als Heimatdichter, der keinen Anspruch auf literarischen Tiefgang erhebt. Und wenn er dann die Geschichten des knapp 1000 Einwohner zählenden Dorfes aufgreift und sie in Verse fasst, dann stört es seine Zuhörer kaum, wenn Reim und Rhythmus einmal hinken. Dem Einwand, dass er die Dorfbewohner als begriffsstutzig und hinterwäldlerisch darstelle, hält Schlömer entgegen, dass er sich und auch andere humorvoll vorstelle (Originalton). Schlömer hält nichts von langen Erzählungen - Kurz und treffend muss das Ganze sein (Originalton).
Allzuoft klingen plattdeutsche Geschichten übertrieben heimatverbunden und schwülstig. Schlömer kommt es darauf an, für seine Texte eine treffende Sprache mit humorvollem Ende zu finden. So soll auch das Gedicht über zwei alte Rentner, die auf der Melkbank (Milchbank) sitzen und jeden anhalten, mit ihnen zu klönen, Leser und Zuhörer erheitern.
1998 erschien die Zusammenstellung der besten Erzählungen aus seinen drei Büchern 'Dat Beste ut Dönekens 1-3'.
Ernst-August Schlömer hat bis heute etwa 14.000 Bücher verkauft, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und sogar in Kanada ihre Leser fanden.
In vielen, vielen Lesungen hat er zahllosen älteren und jüngeren Menschen Freude bereitet. Schlömer hält die plattdeutsche Muttersprache für ein wichtiges Kulturgut, das man erhalten muss. Und so schaut er immer noch aufmerksam herum, um Begebenheiten humorvoll festzuhalten, denn

"Wer vermiddelt Humor un Glück,
den kummt ok Dankbarkeit taurück".

Dem schließen wir uns als Team der Projektgruppe (Klasse 10b; Realschule Nienburg) an.