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 Krimi
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 Der Aussteiger

Es war ein Tag wie jeder andere. Der Taxifahrer fuhr dieselbe Route wie immer. Als Alex Kramer bei der Pizzeria angekommen war, gab er die ge-  wohnten fünf Mark Trinkgeld. In dem Restaurant setzte er sich auf seinen Stammplatz und bestellte dasselbe wie jedes Mal. Nachdem er seinen Hunger gestillt hatte, bat ihn die Kellnerin ins Hinterzimmer. Nach einer kurzen Phase der Verwirrung kam er der Bitte nach. Die Kellnerin öffnete die Tür zu einem dunklen Raum und gewährte ihm den Vortritt. Im nächsten Moment spürte er einen Schlag auf den Kopf.

Als er mit starken Kopfschmerzen wieder zu Bewusstsein kam, fand er sich in einem fremden Raum wieder. Ein Blick an die Decke ließ ihn vermuten, dass es ein altes Haus sei, das schon seit längerem leer stand. Bevor er Zeit hatte sich im Raum umzuschauen, hörte er schon langsam lauter wer- dende  Schritte auf dem Flur. Die Zimmertür öffnete sich mit einem leisen Knarren und ein ihm bekannter älterer Mann trat hinein. Neben ihm standen zwei beängstigende Gestalten. Der Mann in der Mitte war Fabrizio Salva- tore di Marco, der Boss, der die Fäden der Unterwelt in den Händen hält. Er begrüßte Alex mit einem heroischen Lachen und ließ ein Foto vor seine Füße fallen, auf dem Alex `s Freundin abgebildet war. Sie lag blutüber- strömt auf einer Müllkippe. Alex fiel fassungslos zu Boden, doch der Boss ließ ihn von seinen Bodyguards wieder aufrichten und befahl ihm den Auf- trag auszuführen, weil ihm sonst das gleiche wiederfahren werde. Die drei finsteren Gestalten verließen den Raum und Alex wurde sich sofort seiner ausweglosen Situation bewusst. Er hatte nun keine Möglichkeit mehr, dabei hatte er sich so fest vorgenommen dieses Kapitel seines Lebens hinter sich zu lassen. Er wollte aussteigen und ein normales Leben mit seiner Freundin führen, doch nun waren seine Träume geplatzt. Seine Freundin war tot und er selbst stand auf der Abschussliste der Mafia. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als auch diese Aufgabe zu erfüllen. Er fuhr nach Hause, um sich notgedrungen auf den Abend vorzubereiten.

Es war zwischen 1 und 2 Uhr als Alex sich auf den Weg zum „Rattenkeller”, der bekanntesten Kneipe im Ort, machte. Um diese Zeit sollten  kaum noch Gäste dort sein, was ihm seine Tat erleichtern würde. Als er angekommen war, warf er einen Blick durchs Seitenfenster. Im Inneren der Kneipe machte er nur zwei Personen aus.

Dem einen konnte man ansehen, dass er schon länger dort war, da er auf der Theke lag. Alex öffnete die Tür und zog seine Pistole aus dem Half- ter. Er ging auf den Barkeeper zu und befahl ihm, das fällige Schutzgeld zu zahlen. Sein Gegenüber öffnete mit zitternden Händen die Kasse und begann zu zählen. Völlig unerwartet richtete sich der bewusstlos wirkende Gast auf und hielt Alex eine Pistole an die Schläfe. Mit der anderen Hand zog er seinen Dienstausweis aus der Tasche. Der Barkeeper hatte zum eige- nen Schutz die Polizei über die Schutzgelderpressungen in diesem Viertel informiert. Nach einem kurzen Schock spürte Alex nur noch Erleichterung, denn im Gefängnis würde er sicher sein.

Ende

 

Die Schülerinnen und Schüler der BRW - 3 haben diesen Kurz-Krimi selbstständig verfasst.

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