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 Interview mit Peter Gerdes

 

Wir haben uns mit Peter Gerdes in Verbindung gesetzt und ihm folgende Fragen gestellt:

      Wann wussten Sie, dass Sie Schriftsteller werden wollten?

Weiß ich nicht mehr. Aber dass ich zwischenzeitlich mal dachte, ich würde doch ganz gewiss keiner werden, das weiß ich noch (muss so um 1990 gewesen sein).

      Wie kommen Sie auf die Themen? Bzw. Wie  entwickeln Sie Ihre Ideen?

Wichtig ist es, ständig "auf Empfang" zu sein, also alle Alltags-Eindrücke daraufhin abzuklopfen, ob sie etwas in sich bergen, das eine Idee auslösen könnte. Wichtig auch, immer wieder ein paar gedankliche Schritte in die Richtung zu machen, die einem gerade einfällt - um zu erkunden, ob es da spannend werden könnte oder ob das eine Sackgasse ist. Motto: Ideen haben kann man trainieren und Themen sind immer und überall um einen herum.

      Finden Sie sich in Ihren Krimis selber  wieder?

Ja, meine Biographie liefert Schreib-Anlässe. Was aber nachher auf dem Papier steht, ist alles andere als eine Abbildung meiner Person oder meines Lebens.

      Verarbeiten Sie private Anlässe in Ihren  Romanen?

Ja. Die werden aber so stark verändert, dass sie nicht mehr erkennbar sind. Erstens bin ich mir das selbst und meinen mir nahestehenden Mitmenschen schuldig, zweitens forme ich ja nicht meine Geschichten nach meinen Erfahrungen, sondern passe meine Erfahrungen den Erfordernissen der Geschichten an. Anders ist das in einigen Gedichten, da geht es oft sehr persönlich zu

      Haben Sie ein literarisches Vorbild?

Viele. Kurt Tucholsky, Stanislaw Lem, Sjöwall/Wahlöö und B. Traven sind einige der für mich wichtigsten. Aber es gibt noch etliche andere.

    Machen Sie sich lange Gedanken darüber, wie  sie Ihr Buch  schreiben oder erfolgt das mehr“aus dem  Bauch heraus”?

Ein Roman braucht in der Regel eine längere Planungszeit. Irgendwann aber kommt man gedanklich nicht mehr weiter, dann ist es Zeit, mit dem Schreiben zu beginnen. Es ist, als gehe man auf einer unbekannten Straße in den Nebel hinein: Je weiter man kommt, desto mehr von der Straße kann man überblicken. Eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht schreibe ich dagegen oft ganz spontan, auf eine einzelne Idee hin. Manchmal dauern aber auch diese kurzen Dinger ganz schön lange!

    Haben Sie einen Lieblingsort zum Schreiben? Wenn ja, warum gerade diesen Ort?

Ich habe mir angewöhnt, in den PC hinein zu formulieren, weil das einfach handwerklich bequem ist. Notizen mache ich mir überall, bekritzle alle Zettel, die ich finden kann, mit allem, was mir so einfällt. Früher habe ich oft Ideen wieder vergessen, das soll mir nicht wieder passieren.

      Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Jeder Mensch hat ein Talent (glückliche haben mehrere) und entdeckt irgendwann das Gebiet, auf dem er gute Leistungen erbringen kann, die ihn zufrieden stellen. Das war bei mir das Schreiben. Was ich schon in der Schule entdeckt habe - trotzdem hat es noch Jahre gedauert, bis ich mit der Literatur begonnen habe. Das lag daran, dass ich es mir nicht zugetraut habe, auch gute Ideen zum Schreiben zu haben.

      Wie lange brauchen sie im Durchschnitt für ein Buch?

Wenn es gut läuft - ein halbes Jahr vielleicht.

      Wie viele Krimis schreiben Sie im Durchschnitt pro Jahr?

Da ich ja auch noch als Journalist arbeite, schaffe ich im Höchstfall einen Kriminalroman pro Jahr. Nebenher entstehen aber jeweils mehrere Kurzgeschichten und Anthologien.

      Arbeiten Sie häufig mit anderen Schriftstellern zusammen?

Ja. In Verbänden (Verband deutscher Schriftsteller, Arbeitskreis Ostf. Autoren, “Syndikat”), bei Lesungen (“Sax mit Worten”), bei Anthologien (Sammelbänden wie “Mordkompott” oder “Der schwarzbunte Planet” – erscheinen beide im September). Das eigentliche Schreiben aber ist eine ganz einsame Sache.

     Haben Sie ein schriftstellerisches Ziel?

Weiter schreiben, besser werden, immer mehr Leser erreichen. Und das jeweils nächste Buch fertig bekommen.

     Haben Sie schon neue Ideen für neue Krimis?

Ja. Den nächsten will ich bis Ende 2000 fertig haben.

Arbeitstitel: "Der Etappenmörder"

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