Das Stichwort: Saterland

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Das Saterland gehört heute zum Landkreis Cloppenburg und liegt dreißig Kilometer südöstlich der ostfriesischen Stadt Leer. Zum Saterland gehören die drei Dörfer Ramsloh (saterfriesisch Romelse), Scharrel (Skäddel) und Strücklingen (Strukelje) mit zusammen 13 Bauernschaften. Insgesamt erstreckt sich das Saterland auf einem Sandrücken von 15 Kilometern Länge und ein bis vier Kilometern Breite.

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Saterland von Moor umgeben und nur zu Wasser über die Ems oder zu Land über das Moor, sofern es im Winter zugefroren war, zugänglich.

Bereits im Mittelalter waren einige der Bauernschaften des heutigen Saterlandes besiedelt. Die Bewohner dieser Ursiedlungen waren jedoch nicht friesischer sondern westfälisch-sächsischer Herkunft.

Mit der friesischen Landnahme zwischen 1100 und 1400, die auf zwei große Sturmfluten zurückzuführen ist, flüchteten Ostfriesen in das Saterland und überdeckten mit ihrer altostfriesischen Sprache die der westfälischen Minderheit.

Geographische Insel = Sprachinsel

Die geographische Isolation führte dazu, daß sich im Saterland eine eigenständige Sprache entwickelte, die auf das Ostfriesische der damaligen Flüchtlinge zurück geht. Durch die konfessionelle Abgrenzung zu Ostfriesland im Norden und die stammesgeschichtliche zu den Westfalen im Süden, wurde das Ensiedlerdasein der Saterländer noch verstärkt.

Damit waren die Saterfriesen auf Landwirtschaft, Handwerk und Torfabbau beschränkt.

Der einzige Kontakt zur Umwelt ergab sich aus dem Transithandel von Münster nach Emden. In speziell gebauten Schiffen, sogenannten Motten, übernahmen die Saterfriesen den oftmals sehr beschwerlichen Torf- und Steintransport über die Sater-Ems.

Erste Straße: Im Jahr 1812

Mit dem Bau der ersten Straße durch die Franzosen zwischen 1810 und 1813 wurde die isolierte Lage des Saterlandes aufgehoben. Von nun ab gab es eine direkte Verbindung zwischen Friesoythe und dem Saterland.

Im 19. Jahrhundert wechselte die Zugehörigkeit des Saterlandes mehrmals. Nach kurzer Herrschaft durch die Franzosen wurde das Saterland am 13. Dezember Oldenburg einverleibt.

1974 faßte man endgültig die drei alten friesischsprachigen Gemeinden Ramsloh, Strücklingen und Scharrel zu der Gemeinde Saterland zusammen.

Heute leben ungefähr 11000 Menschen im Saterland, von denen noch rund 2000 Einwohner - zumeist die Älteren - das Saterfriesisch beherrschen.