Margaretha Grosser wurde am 20. September 1934 in Ramsloh geboren und verließ ihren Heimatort nie. 1941 wurde sie eingeschult, ging dann 8 Jahre zur Volksschule und 2 Jahre zur Handelsschule. Nach der Lehre als Stenotypisten arbeitete sie 25 Jahre als Buchhalterin.

Zu dieser Zeit schrieb sie noch keine Geschichten; las jedoch sehr viel.

Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete sie am 10. April 1985 ihren zweiten Mann in Belgien, mit dem sie heute in Ramsloh lebt.

Als sie in den Ruhestand ging, „fühlte sie eine große Leere in sich“ und fing daraufhin 1989 als Ausgleich an, zu schreiben, da ihr die Arbeit fehlte. Zudem gab der Seelter Bund den Anstoß, die Sprache nicht nur mündlich zu überliefern, sondern sie auch schriftlich niederzulegen. Daraufhin erklärte Margaretha Grosser sich bereit, plattdeutsche Geschichten ins Saterfriesische zu übersetzen und eigene zu schreiben, anfangs mit Hilfe des Wörterbuches von M. C. Fort. 

Seit 1992 erschienen von ihr bereits drei Hefte mit „Dööntjene un Fertälsere uut Seelterlound“ (Geschichten und Erzählungen aus dem Saterland), einer bunten Mischung aus kleinen Erzählungen, Anekdoten und Gedichten. Besonders interessant sind die Übersetzungen „Die littje Häwelmon“ (Der kleine Häwelmann) von 1993 und die 1994 erschienene Erzählung „Sienke Koodiegel fertäld“ (Sienke Igel erzählt), die sich besonders an die jüngste Generation richten. Ihre Texte richten sich auch an Interessierte, die das Saterfriesische kaum oder gar nicht beherrschen: den saterfriesischen Texten in ihren Büchern wird jeweils die hochdeutsche Übersetzung gegenübergestellt. Darüber hinaus schreibt sie regelmäßig saterfriesische Artikel für die lokale Presse.

Doch nicht nur schriftstellerisch ist Gretchen Grosser tätig. Sie hat als aktive Sprachgruppe den Seelterfräiske Kring ins Leben gerufen. Jeden ersten Montag im Monat trifft sich die Vorsitzende mit Menschen, die die Möglichkeit haben das Saterfriesische zu sprechen, zu singen oder nur zu hören. Hier sind Erwachsene wie Kinder angesprochen sich mit der Sprache vertraut zu machen und diese zu erhalten. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des einmaligen Kulturgutes Saterfriesisch.

Im Seelter Buund war sie 23 Jahre Mitglied und 12 Jahre davon Kassiererin, bis sie aus persönlichen Gründen ihre Mitgliedschaft aufgab. Am 14.10.1996 erhielt sie die Ehrennadel der Oldenburgischen Landschaft für Verdienste um die saterfriesische Sprache.

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