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Mien Name was Stroppl 

Mien Name Stroppl, dä passe woll ook sau rechtig tau mick.  Ick was en Terrier, kein son ganzen echten, nich sau ein, den se „von un tau“nennen daut in siene lange Ahnentafle. Nää, en betten harre ick ook von´n  Dörpstraatenhund. Un wie echte Dörpjungens was ick en richtijen Vijjelien´ nstrieker.

Bie mien´n Herrn mosste ick pariern, dat was innespelt. Wenn hei sää, hier bliffst´e lijjen-aff- lejjen nennt´n dat- denne könne sick ook droppe vorrlaaten. Dat jille besunners, wenn ick opp wat oppassen sölle, Fahrrad, Mantel, Mütze oder wat noch sau. Hüüte nuu harre mick de Herre seine Jacke henneleggt. Da kamm de Onkel von mien´n Chef vorbie. Den jücke woll et Fell en betten. Sau wolle mal seihn, off ick en guen Oppasse- Hund wörre, un faate daforre naa de Jacke. Wat nuu? Bieten dörrste ick nich. De Onkel hööre ja tau Famielje. Awer son Opphäjestücke wegnehmen laaten, dat könne ja okk nich angahn.
Tja, wat nuu? Da hewwe ick doch de Jacke mit de Vorrpöötchen ummeklammert un sau festehooln. En betten gnurrn un witt inne Oogen maaken kamm datau, wat bedüün sölle, nuu recket et, mott Sluss sein. De Onkel was dabie eijentlich mien Fründ. Hei wolle ja ook bloos Spaas maaken. 
Un hei mosste denne woll inseihn, dat ick- de lüttje Hund- dütmal de Kläukere was. Ick was eben en rechtijen Vijjelien´nstrieker.

Könnt Diere denken? Stroppl, ick konne dat. Oder nich? 

Wilhelm Schrader
 
 
 
 
 
 

 

Mein Name war Stroppl

Mein Name Stroppl passte wohl auch so richtig zu mir. Ich war ein Terrier , kein ganz echter ,
nicht so einer , den sie  „von und zu“ nennen in seiner langen Ahnentafel .
Nein , ein bisschen hatte ich auch von einem Dorfstraßenhund. Und wie echte Dorfjungen
war ich ein richtiger Pfiffikus . 

Bei meinem Herrn musste ich parieren , das war eingespielt . Wenn er sagte , hier bleibst du
liegen – ablegen nennt man das – dann konnte er sich auch darauf verlassen .
Das galt besonders , wenn ich auf etwas aufpassen sollte , Fahrrad , Mantel , Mütze oder
dergleichen . 
Heute hatte mir der Herr seine Jacke hingelegt . Da kam der Onkel von meinem Chef vorbei .
Dem juckte wohl das Fell ein wenig . Er wollte sehen , ob ich ein guter Aufpaß-Hund wäre , 
und faßte dazu nach der Jacke . Was nun ? Beißen durfte ich nicht . Der gehörte ja zur Familie .
Awer solch ein Bewachungsstück wegnehmen lassen , das könnte auch nicht angehen .
Was nun ? Da habe ich doch die Jacke mit den Vorderpfötchen umklammert und so fest-
gehalten . Ein bisschen knurren und weiß in den Augen kam dazu , was bedeuten sollte , 
jetzt reicht es , muss Schluss sein .

Der Onkel war eigentlich mein Freund . Er wollte ja auch nur  Spaß machen .
Und er musste denn wohl einsehen , dass ich – der kleine Hund – dieses Mal der Klügere war.
Ich war eben ein richtiger Pfiffikus .

Können Tiere denken ? Stroppl konnte das. Oder nicht ? 
 

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