Plattdütsch in Helmestidde
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Foss un Hase - oole Bekannte?
 

Et is en sunnijen Morjen, so jeejen Klocke teihne. Oppen mit Schotter feste jemaaketen Holtweg hoppelt twei Hasen bett opp lüttje 50 Meter ran. Offwohl ick gut etarnt sitte, koomt se höllsch vorrsichtig nächer un sett´t sick eerstemal vorquer, forrt´t niepe kieken. 
Naa fief Minuten hoppelt se noch 15 Schridde nächer. Düt Misstruen wedderhaalt sich en paarmal, süss awer äst se vortruut vorr sick hen hier en Stengel Klee, da en paar Grashälmer. Dorch mien Kiekweiet seih de hellen, golgjälen Seher, awer ook dat Sichern mit de Nääsen und wie sau de langen Barthaare speelt. 
Oppenmal maaket de eine Hase Männeken, sick sau lang wie´e man kann, dat´e oower dat lange Gras weg kieket. Et süht so uut, wie wenn en Minsche sick opp de Fautspitzen stellt. De Näsenflöjjels speelt, de steile opperichten Löppels bewejet sick en betten naa Siete. Doch wie´t utsüht, is nist Besunnert. Noch fief bet sebben Meter koomet de beiden Hasen näche, äujet wednaa mick hen, daut awer, wie wenn nist wörre. Denne, sau woll ne vertel Minute späder, tüürt  en grooten Foss jenau an dä Stidde oowern Wegg, wo eben noch de beiden Hasen saaten. Sau, wie wenn at ne gaa nich interesseere, snürt  Reineke vorrbie, un as härren  se den Roen nich eseihn, äset de Hasen wieder.

Wilhelm Schrader
 
 
 
 
 

 

Fuchs und Hase- alte Bekannte?

Ein sonniger Sonntagmorgen, so gegen zehn Uhr.
Auf einem mit Schotter befestigtem Waldweg hoppeln zwei Hasen bis auf 50 Gänge heran.
Obwohl ich gut gedeckt sitze, kommen sie sehr vorsichtig näher und setzen sich erst einmal quer, um zu äugen.
Nach fünf Minuten hoppeln sie noch 15 Schritte näher und sitzen wieder breit. Dieses Mißtrauen wiederholt sich in kurzen Abständen, währen sie sonst vertraut äsen, hier einen Kleestengel, dort einige Grashalme. Durch mein Glas sehe ich die mümmelnden Bewegungen der Äser, die hellen, goldgelben Seher, aber auch das Sichern mit den Nasen und das Spiel der langen Barthaare. Plötzlich macht der eine Hase Männchen, streckt sich so hoch er kann, um über das lange Gras zu äugen. Es sieht so aus, als wenn ein Mensch sich auf Zehenspitzen stellt. Die Nasenflügel spielen, die steil aufgerichteten Löffel bewegen so sich seitlich ein wenig. Doch anscheinend ist nicht Besonderes zu entdecken. Noch fünf bis sieben Meter kommen die beiden Hasen näher, beäugen mich wieder, verhalten sich jedoch recht vertraut.
Dann, vielleicht eine viertel Minute später, da snürt ein starker Fuchs genau an der Stelle über den Weg, wo eben noch die beiden Hasen rutschten.
Wie uninteressiert zieht Meister vorbei, und als hätten sie den Roten gar nicht bemerkt, mümmeln die Lampes weiter.
14 Tage später: Auf einer zehn Meter breiten Schneise- 200 Meter von dem Schotterweg entfernt- hockt ein Hase. Wieder snürt ein starker Fuchs heran, wahrscheinlich derselbe. Bis auf zwei, drei Sprünge nähert er sich Meister Lampe. Doch dann wechselt er in einen rechtwinklich abbiegenden Waldweg.
Auch hier sieht es wieder so aus, als nehmen Reineke und Mümmelmann überhaupt keine Notiz voneinander.
 

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