Enoch Gläser - Dichter des Barocks
am 2. März 1628 in der Stadt Landeshut in Schlesien
geboren. Sein Vater Caspar Gläser war ein vornehmer Handelsmann der
1665 verstarb. Rosina Keil Gläsers Mutter war eine zutiefst religiöse
Frau, die jedoch schon früh verstarb.
Enoch Gläser wurde von seinen Eltern aus Angst der
Eltern in der Zeit der Gegenreformation und der damit verbundenen Religionswirren
nach Breslau geschickt um dort seine Sicherheit zu wahren. Dort besuchte
er das berühmte Gymnasium „Lateinschule zum Heiligen Geist“. Man lehrte
ihn in alten Sprachen. Eine seiner besten Eigenschaften war, wofür
ihn seine Lehrer „liebten“, das er mit Fleiß und Unverdrossenheit
an die Arbeit ging.
1646 wurde er von seinen Eltern auf die Universität
in Wittenberg geschickt. Durch seine Hingabe zur Poesie genoss er eine
großes Ansehen bei denn zur damaligen Zeit bekanntesten Dichtern
wie Schottelius, Harßdörfer, Rist und von Zesen. Er wurde auch
oft „ Freund Buchners“ genannt einem bedeutenden Systematikers der Poesie.
„Friederlangendes Deutschland“ war das erste Werk Gläsers das der
Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
1649 begann er sein juristisches Studium in Helmstedt,
zuvor hatte er sich in Halle mit den „freien“ Künsten befasst. Die
damalige juristische Fakultät Helmstedts verwies besonders auf die
philosophischen und historischen Fundamente des damaligen Rechtes. Heinrich
Julius Scheuer, Professor der Moral und des Zivilrechtes beherbergte Gläser
für die Dauer seines Studiums.
Auch hier in Helmstedt lies sich Gläser es nicht
nehmen an seinem Hobby der Poesie weiter zu „arbeiten“. Zwei weitere Werke
erschienen. 1649, „ Triumphierender Elm“ und 1650 „Schäffer-Geticht“
( kein Rechtschreibfehler ). Für seine anerkannten poetischen Leistungen
wurde ihm vom gothaischen Kanzler und Kaiserlichen Hofpfalzgraf Georg Frantzke
die Insignien eines „kaiserlich gekrönten Poeten“.
Vier Jahre führte er sein juristisches Studium fort,
dann begab er sich auf eine lange Studienreise, die ihn nach Altorf , der
Nürnberger Universität, nach Tübingen, nach Regensburg zum
Reichstag – um den Status Germaniae sich besser bekannt zumachen – und
zum Schluss seiner Reise nach Basel führte. Er hielt eine Reise durch
Deutschland für wichtiger und anständiger, als durch fremde Länder
zu reisen.
Auf dieser Studiumsreise verlegte Gläser sein wohl
umfangreichstes Werk – Schäffer Belustigung, Teil 1 und Teil 2 im
Jahre 1653 – in Altorf.
1659 heiratete er Anna Rinck. In den folgenden Jahre
dieser Ehe wurden drei Töchter geboren. Anna Rinck war die Tochter
des Professor Rinck der ebenfalls an der Helmstedter Fakultät dozierte,
der jedoch schon verstorben war.
Nach seiner Rückkehr nach Helmstedt im Jahre 1656
begann er nun sich voll auf den Universitären Beruf zu konzentrieren
und dozierte seit dem Privat. Die Disputation hatte es ihm angetan. 1658
wird er Extraordinarius und hält ein Jahr darauf seine Disputation
über „Die Vorbeugung der Rechtsprechung“. Nun begann seine große
Laufbahn an der Helmstedter Fakultät; - 1661 Anstellung zum Ordinarius
der juristischen Fakultät, 1668 Ernennung zum Vize – Rektor durch
den akademischen Senat. Durch seine Vorsicht und Umsicht seiner zugewiesenen
Arbeiten, gewann er das Vertrauen und Ansehen seiner Kollegen.
Aus der Personalia Gläsers geht hervor das er sich
immer wieder Gottes heilige und seligmachende Worte gerne angehört
hat und sich darauf stützte. Er lebte nach christlichem Vorbild, Heuchelei,
Falschheit und Üppigkeit verachtete er. Über seinen Stand hat
er sich nie erhoben.
Die letzten zwei Jahre seines Lebens war eine schwere
Zeit. Typhus, auch genannt das „hitzige Fieber“, hatte ihn geschwächt.
Nachdem er das gewünschte heilige Mahl empfangen hat, starb er am
12. September 1668 im engen Kreise seiner Familie und seiner Tischgenossen.
Grund für sein junges Dahinscheiden war jedoch eine Lungenschwindsucht
(cachaxia ). Im jungen Alter von 40 ½ Jahren verließ Enoch
Gläser unsere Welt.
Quelle: R. Kleinert: Lyrik in Helmstedt, Teil II, 1987