Telefongeschichten

 

In seinem Buch „Ich höre deine Stimme – Telefongeschichten“, das 1998 im Pandion Verlag erschienen ist, erzählt Johannes Reuter mehrere kurze Geschichten über das Telefonieren.

Er beginnt mit der Erfindung des Telefons und der anfänglichen Skepsis, die besonders auf dem Land zu finden war.

Später schlägt die Skepsis allerdings in Begeisterung um. So ändert  beispielsweise in DER ERSTE ANSCHLUSS ein Bauer seine Meinung, nachdem das schnelle Erreichen des Arztes seiner Frau das Leben rettet.

Heute ist das Telefon schon so selbstverständlich, dass wir es kaum noch wahrnehmen es sei denn, dass wie in DAS PFERD FRISST KEINEN GURKENSALAT das Telefonnetz einer gesamten Stadt zerstört wurde.

Einige Geschichten besitzen keine richtige Handlung, sondern sind eher informativ. Reuter berichtet in diesen Geschichten über Lyriktelefone, Telefonseelsorge, eine Telefonkette für ältere Menschen, die diesen Sicherheit gibt...

160 Jahre nach Goethes Tod schreibt ein Unbekannter in TELEFONIEREN MIT GOETHE diesem einen Brief und erzählt Goethe von den technischen Möglichkeiten, die es heutzutage gibt. Er spekuliert über Goethes mögliche Haltung dazu und den Nutzen den Goethe daraus hätte ziehen können:

 „Stellen Sie sich vor, Sie hätten damals schon mit Frau von Stein oder mit Napoleon Bonaparte, den Sie bewunderten, telefonieren können. Wir, die wir Ihre Zeit nur aus geschichtsträchtigen Berichten, Dokumenten, historischen Analysen und Briefen kennen, neigen dazu, anzunehmen, Sie hätten mit viel Vergnügen, Amüsement, aber in manchen Fällen auch mit einer gewissen Dringlichkeit zum Telefonhörer gegriffen – statt eilfertig in eine Postkutsche zu steigen. Gab es doch mit Sicherheit auch zu Ihrer Zeit Dinge, die nach Möglichkeit schnell erledigt werden mußten.“

 Der Schreiber des Briefes lobt auch die klassische Zeitlosigkeit vieler Werke Goethes. Weiterhin berichtet er über die Entwicklungen den Altersprozess zu verlängern und vergleicht die Lebenseinstellung heutigen Senioren mit der ihrer Vorfahren. Schließlich lädt der Schreiber des Briefes Goethe zu einer Fahrt durch den Harz ein und bittet ihn nach diesem Zeitsprung zu entscheiden ob es schöner ist mit einer Postkutsche oder einem Intercity zu reisen. Danach möchte er mit Goethe telefonieren, um noch einmal seine Stimme zu hören.

 

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