Noch einmal auf dem Land

Von Rolf Dieter Brinkmann

Hinter der Erinnerung dampft ein Misthaufen eine große Wolke aus, in der geschrieben steht: "auf dem Land!" Und unter dieser Wolke keuchen die Tiere, die im Dunkeln angeschnallt sind. Der Bauer summt, der Kühlschrank brummt die Kinder kommen aus der Schule und sind verdummt Das ist das Ende der Einsamkeit auf dem Land. 2. Das November Unterhosenwetter ist wieder da. Die Blätter fielen immer wieder von den Bäumen ab. Der Schnee kam viel zu früh über den leeren Weg. Auf einer Couch Wälzt sich die Frau. Sie heißt die Bäuerin, und reißt die lodengrünen Bohnen auf. Und trotz der Kälte ist die große Wolke nicht verschwunden, in der geschrieben steht, "auf dem Land!" Sie hängt das ganze Jahr darüber.

Unsere Interpretation des Gedichtes "Noch einmal auf dem Land" von Rolf Dieter Brinkmann

In dem Gedicht wollten wir das Verhältnis von Rolf Dieter Brinkmann zu Vechta herausarbeiten. Deshalb haben wir das Gedicht ausgewählt.In dem Gedicht haben wir viele Alltagsgegenstände und auch viele typische Kennzeichen für das Landleben gefunden. So zum Beispiel den Bauern, den Misthaufen, die lodengrünen Bohnen und den Kühlschrank. Bei der Interpretation einzelner Gedichtstellen stellte sich dann heraus, dass Brinkmann Vechta als langweilig und unmodern bzw. zurückgeblieben empfunden haben muss. Bei den Links des Gedichtes haben wir die symbolische und wörtliche Bedeutung einzelner Gedichtstellen gegenübergestellt. Daraus lässt sich sehr deutlich schließen, dass Brinkmann kein gutes Verhältnis zu Vechta hatte. Erklärungen: Mit dem Misthaufen ist wahrscheinlich, die für Vechta bekannte Landwirtschaft gemeint. "Die Kinder kommen aus der Schule und sind verdummt". Brinkmann ging in Vechta zur Schule, anscheinend hatte er keine gute Schulzeit und drückt dies durch diesen Satz aus.(Brinkmann und Schule) "Sie heißt die Bäuerin". Damit ist gemeint, dass viele Leute keine Ahnung vom Land haben. Deshalb beschreibt er sie so deutlich. "...immer wieder von den Bäumen ab", "Schnee (friedlich, Ruhe)", ,,das ganze Jahr", "noch einmal auf dem Land". Damit will Brinkmann die Langeweile zum Ausdruck bringen, die auf dem Land (also in Vechta) herrscht. "lodengrün":steht für die Jäger und Schützenvereine, die auf dem Land sehr verbreitet sind.