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Hoffmann von Fallersleben und die Religion

In seinem Leben wurde Hoffmann von Fallersleben oft mit der Religion konfrontiert. In der Schule galt Religion als Hauptfach und bestand hauptsächlich darin Bibelstellen auswendig zu lernen.

Für Hoffmann gab es in der Jugend zwei prägende, christliche Feiertage: Konfirmation und Karfreitag. Mit seiner Konfirmation begann für Hoffmann ein neuer Lebensabschnitt. Er empfand bei der Konfirmationsvorbereitung besonders die Gemeinschaft mit anderen Menschen als beeindruckend. Enttäuscht reagierte er, als der Kontakt der Konfirmanden nach der Konfirmation schlagartig abebbte.

Der Karfreitag wurde durch seine Großmutter zu einem besonderen Tag für Hoffmann von Fallersleben. Die Frömmigkeit, die an diesem Tag zum Ausdruck kam, beeindruckte den jungen Hoffmann: stehende Mühlräder, keine Reiter oder Wagen auf den Straßen. Dies waren für ihn Zeichen für die Besonderheit des Tages.

Mit achtzehn nahm er sein Theologiestudium in Göttingen auf, um dem Wunsch seines Vaters nachzukommen. Er merkte aber bald, dass ihm "Lust" und "Talent" fehlten. Er wollte jedoch gehorsam sein und versuchen das Dichten nicht zu wichtig zu nehmen. Trotzdem sträubte er sich gegen den Gedanken seine Zukunft als Pfarrer mit "Weib und Kindern" zu sehen. Auch sein Onkel, selber Pfarrer, riet ihm von diesem Vorhaben ab. Von Fallersleben entdeckte während seines Theologiestudiums seine Neigung zur Philologie.

Hoffmann von Fallersleben war dem Katholizismus gegenüber kritisch eingestellt. Er bemängelte den Sprachgebrauch der Kirche, insbesondere den Gebrauch der lateinischen Sprache in Gottesdiensten. Für ihn war es wichtig, die Gebete in für alle verständlicher, deutscher Sprache zu beten.

In seinem Gedicht "Die lateinischen Gläubigen" prangert er die Kirchenmänner an, die sich selbst erhöhten. Hoffmann bezeichnet die Geistlichen sogar als "Pfaffen". Er verhöhnt die Menschen, die sich durch Materielles Heilung und Vergebung erhoffen. Dieses Denken ist seiner Meinung nach nicht christlich, sondern egoistisch und spekuliert auf den eigenen Vorteil.

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