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HOFFMANN und die Politik

Hoffmann von Fallersleben, ein Mann, dessen Gedichte selbstdarstellerisch über die gegenwärtigen gesellschaftlichen Geschehnisse Aufschluss geben - ein Mann, dessen höchste Priorität darin bestand, gesellschaftliche Verantwortung zu tragen und mit seinen Gedichten für politische Aufklärung zu sorgen.

Die Nähe Hoffmann von Fallerslebens zum politischen Geschehen in seinem Umfeld spiegelt sich in seinen Gedichten und Liedern wieder. Er greift die Probleme der Zeit, seien sie sozialer Natur wie Hunger und Armut und das Recht auf Eigentum oder politischer Natur wie Verfassung und Zensur, auf. Gegenstand seiner Dichtung war die Kritik an der Machtstellung, verbunden mit den Privilegien, des Adels. Seine Stellung gegenüber den politischen Tendenzen seiner Zeit, Liberalismus und Kommunismus, ist in seinen Werken nicht zu übersehen.

Hoffmann von Fallersleben hielt wenig von anderen Dichtern und Gelehrten, dies wird besonders in seinem Gedicht "Die Unmündigen Aufgeklärten" aus der Sammlung "Unpolitische Lieder" deutlich. Auch verachtete er politische Theoretiker wie Friedrich Engels. Diese belächelte er mit der Meinung, dass sie statt aufzuklären nur sich und andere verwirrten. Hoffmann war über seine Gedichte und Lieder politisch aktiv, dies war, als Dichter, seine Waffe gegen die Herrschenden er trat niemals als Politiker auf. Der Grund für den Beginn seiner politischen Aktivitäten war die Absetzung von Jakob und Wilhelm Grimm um die Jahreswende 1837/1838, die zu den Göttinger Sieben gehörten und seine Mentoren gewesen waren. Aus diesem Grund schrieb er sein erstes politisches Gedicht "Knüppel aus dem Sack", das einen recht handgreiflichen Ton anschlägt.

Die Wintermonate 1839/1840 waren ganz der Produktion von "unpolitischen" Liedern gewidmet gewesen. Der Erfolg und die noch anfangs bestehende Gleichgültigkeit der Behörden diesen gegenüber, veranlassten ihn, in seinen Texten einen schärferen Ton anzuschlagen. Im April 1842 wurde Hoffmann von Fallersleben aufgrund seiner Lieder durch die Preußische Regierung von seiner Professur in Breslau ohne Pension suspendiert und im Dezember endgültig seines Amtes enthoben. Anfang 1843 verlässt Hoffmann Breslau. In den folgenden sieben Jahren verweilte er durchschnittlich nicht mehr als eine Woche an ein und demselben Ort, da er unablässig bespitzelt, verfolgt und gedemütigt wurde.

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