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Während dieser Zeit schloss er zahlreiche Freundschaften mit Gleichgesinnten, wie z.B. Fritz Reuter und dem Gutsbesitzer Dr. Schnelle, der ihm 1845 auf seinem Gut in Mecklenburg das Heimatrecht verlieh. Dort schrieb Hoffmann von Fallersleben einen großen Teil seiner schönsten Kinderlieder. Seine größte und bedeutendste Annäherung an die "praktische" Politik war die Verfassung der 20 Forderungen des Mecklenburgischen Volkes zusammen mit seinem Freund Rudolf Müller. Wenig später auf einer Güstrower Volksversammlung wurden diese zu 17 Forderungen zusammengezogen und angenommen. Nicht umsonst war er jahrelang im Südwesten bei den Diskussionen der liberalen Kammerabgeordneten dabei gewesen. Zu dem Katalog der liberalen Forderungen gehörte:

    "Freie, gleiche Wahl und Wählbarkeit zum Landtag (1-3), Verantwortlichkeit der Minister (18), Justizreform (4-6), Presse- und Vereinigungsfreiheit (7-8), Land- und Steuerreform (9-14), Reform von Militär und Verwaltung (15-17), Schulen (19) und Staatsbürgerschaft (20)."

Trotz des preußischen Amnestieerlasses von 1848 wird er nicht wieder in seine ehemalige Professur eingesetzt, ihm wird lediglich ein Wartegeld von 375 Talern jährlich zugestanden. Diese für ihn herbe Enttäuschung deprimiert ihn sehr.

Bei einem Besuch in seinem Geburtsort Fallersleben ist er erfreut über das politische Bewusstsein seiner Landsleute. Dort wird er zum Vorsitzenden des politischen Clubs von Fallersleben gewählt und bestimmt für kurze Zeit, für ihn hoffnungsvolle, Kleinstadtaktivitäten.

Seiner Aufgabe als Dichter gesellschaftliche Verantwortung zu tragen und zu den Zeitumständen nicht zu schweigen blieb er treu, und bekräftigte seinen Rückzug aus der "aktiven" Politik, indem er sich wie folgt rechtfertigt: "[...] wie hätte ich mich beteiligen sollen? Meine Waffe war das Lied, und diese Waffe galt bei dem großen Haufen und seinen Führern, die nur mit roher Gewalt etwas auszurichten hofften, gar nichts mehr."