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Eine ursprüngliche Stromlandschaft blieb erhalten         

Tipps für die Elbtalaue

 

Die Elbtalaue weist noch heute Überschwemmungsräume auf, die vom Menschen nur wenig beeinflusse sind: Vierzig Jahre Grenze und der Hochwassergang des Flusses bestimmten den Grad landwirtschaftlicher Nutzung und verhinderten eine Kanalisierung er Elbe, wie sie beispielsweise an Rhein und Donau durchgeführt wurde.  Eine ursprüngliche Stromlandschaft blieb erhalten und mit ihr ein Mosaik von Auwäldern, Röhrichten, Feuchtwiesen und Sanddünen. Schwarzstorch, Seeadler, Kranich und Elbe-Biber sowie wertvollste Pflanzengesellschaften finden hier einen Lebensraum.

Am Ufer der Elbe stehen Korbweiden, Silberweiden und Schwarzpappeln, die ausgezeichnet an die mehrmaligen Überflutungen angepasst sind.  Sie begegnen der Macht des Wassers durch die Fähigkeit, an Bruchstellen und Verletzungen schnell auszutreiben.  Bei näherem Hinsehen findet man am Fuß der jungen Weidenruten häufig einen uralten Wurzelstock im Auenlehm verankert.  Die Weidengürtel, die so genannte Weichholzaue, bildet eine Art Kampfzone, die die Bäume des Hinterlandes vor Verletzung schützt. Treibgut und Eisschollen werden durch das Weidengebüsch abgefangen.

Zwischen Hitzacker und Drethem ist die Weichholzaue in ihrem ursprünglichen Zustand Sehr gut erhalten.  Mit etwas Glück hört man das zarte "ziih, ziih" der Beutelmeise, die im Schutz des Dickichts ihr kunstvoll geflochtenes Nest errichtet. Ganz andere Gehölze prägen die etwas höher gelegene Hartholzaue.  Stileichen, Flatterulmen und Feldahornbäume geben ihr einen fast parkähnlichen Charakter.  Im Elbholz ist diese im Deichvorland erhalten.  Der Wald ist licht und stark überaltert, denn starke Beweidung und Wildverbiss ließen den jungen Schösslingen keinerlei Chance.

Die stattlichen Eichen mit ihren weit ausladenden Kronen sind über 300 Jahre alt.  Umgeben von wehrhaften Zäunen oder im Schutz von Hundsrosen und Weißdorngestrüpp wird die Hartholzaue neu aufgestockt.  Junge Triebe werden sorgsam gepflegt.  So kann man hoffen, dass sich der Auwald bald wieder erholt und sich eine natürliche Altersstruktur einstellt. An den besonnten Rändern der Auwälder laicht der Moorfrosch.  Das sonst unscheinbar braun gefärbte Männchen verfärbt sich im März, wenn das Hochwasser steigt und trägt nun sein blaues Hochzeitskleid.  Anders als bei den übrigen Fröschen dauert die Laichzeit nur wenige Tage.  Während die Kaulquappen im Wasser den Sommer über heranwachsen, suchen die erwachsenen Tiere den Wald oder feuchte, bultige Brachen auf.  Nach dem Hochwasser lagert sich auf den überfluteten Flächen Auenschlick ab.  Nährstoffliebende Pflanzen siedeln sich, an und in den Sommermonaten ist bald ein undurchdringliches Dickicht von mannshohen Brennnesseln entstanden, das an den Dschungel der Regenwälder erinnert.

Eindrucksvolle Zeugen dieser Eiszeit sind die Dünen, die wie die bei Klein Schmölen auf der

anderen Elbseite östlich von Dömitz bis zu 30 Meter hoch über die Talaue herausragen.

Manche sind heute noch als Wanderdünen in Bewegung.  Nur die anspruchslosen

Silbergrasfluren und Sandseggen sind mit ihrem feinen,  teils kriechenden Wurzelwerk

unempfindlich gegen Überwehung und können sich auf diesen offenen Sandflächen behaupten. Am Fuß der Dünen geht dieser Bewuchs schnell in die artenreiche Trockenrasengesellschaft über. Blaugrünes Schillergras, Mauerpfeffer und Grasnelkenbestände bilden einen bunten Blütenteppich. Ein Paradies für Insekten und andere Wirbellose, die ihren Nektarbedarf decken.  Die alten Sanddeiche, die sich vor wenigen Jahrzehnten auf beiden Seiten der Elbe entlang schlängelten, trugen eine sehr artenreiche Tier- und Pflanzengesellschaft.  Die lehmhaltige  Kleiauflage der neuen Deiche und die Ansaat mit monotonen Grassaatmischungen zerstört diesen Lebensraum und verschärft die Situation für Arten, die bereits jetzt auf der "Roten Liste" stehen.

Brachvogel, Bekassine, Uferschnepfe, Rotschenkel und Kiebitz sind auf den extensiv genutzten Grünländereien der Dannenberger Marsch, der Lenzer Wische und auf den weiträumigen Deichvorländereien zu beobachten.  Rund 200 Paare des Weißstorches brüten in dieser Auenlandschaft zwischen Lauenburg und Werben.

Während der Nestlingszeit waten die Altstörche durch Senken, Flutrinnen und Brackwasser auf der Suche nach Wirbellosen, Amphibien und kleinen Fischen für ihren Nachwuchs.  Die Neststandorte konzentrieren sich alle hier im Überflutungsbereich der Elbe, denn nur hier finden die Störche die lebensnotwendige Nahrung.

Betrachtet man die Elbtalaue einmal im Winter, beeindruckt die große Zahl rastender Vögel.  Unvergessliche Bilder zur Zugzeit: Zu Hunderten stehen die Kraniche im Oktober/November auf den Wirtschaftsflächen auf mecklenburgischer und brandenburgischer Elbseite, bevor sie gen Spanien davonziehen.  Später treffen Saatgänse, Blässgänse und nordische Schwäne ein und nutzen die weite Landschaft als Rastplatz und Überwinterungsbiotope.

Ein für das Wendland typisches Rundlingsdorf:

 

      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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