Riemschneider erzählt über sein Nachtleben

Ich sitze oft mit meinem Kumpan Voigt in der quentinschen Kneipe, wo ich das eine oder andere Bier mit ihm trinke. Sobald ich aber ein Mädchen wie die Magd Catharina sehe, möchte ich am liebsten mit ihr in ihre Kammer steigen, so wie ich es mit fast allen anderen Mägden auch gemacht habe. Ich lege Quentin, dem Wirt und Herrn von Catharina, einen Taler in die Stube. So darf ich ungestört in die Mädchenkammer hoch- steigen. Die Catharina ist so blöd, die merkt gar nicht, wie ich sie ausnutze und anlüge.

Auf der anderen Seite ist es ja auch schlecht möglich, dass aus Catharina und mir tatsächlich ein Ehepaar wird. Von einer Meisterin muss man mehr erwarten können als von Catharina, die sich so leicht herumkriegen lässt. Klein und pummelig, keine Schönheit mit ihren kurzen Beinen und von zu Hause auch nichts an Aussteuer zu erwarten - nee, das ist keine Frau für mich.

Damit sie nicht auf dumme Gedanken kommt und irgendwelche Rechte aus meinen Besuchen ableitet, habe ich meinen Kumpel Voigt in ihr Zimmer geschleust, wo er sich auch an sie heranmachen sollte, so dass sie als eine ehrlose Person dasteht und sie den anderen nicht beweisen kann, dass ein möglicherweise entstehendes Kind von mir ist. Denn das wäre für das Geschäft wirklich nicht gut, außerdem müsste ich sie dann vielleicht sogar heiraten.


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