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Ferdinand Hardekopf und Varel


Varel liegt am südwestlichen 
Teil des Jadebusens.
Am 15.12.1876 wurde Ferdinand Hardekopf in Varel geboren und lebte dort bis 1891. Dann zog er mit seiner Familie nach Leipzig. Von 1900 bis 1916 lebte er in Berlin, dann ging er in die Schweiz.  1921/22 kam er noch einmal nach Berlin zurück und verließ dann für immer Deutschland, um in Frankreich und in der Schweiz zu leben.

Als Ferdinand Hardekopf in Varel lebte, hatte Varel nur etwa 5000 Einwohner. Es gab noch kein Radio und kein Fernsehen. Varel hatte auch keine berühmten Theater oder Cafés wie Berlin. Wasser aus der Leitung gibt es in Varel erst seit 1913, nachdem der Wasserturm gebaut wurde. Das Elektrizitätswerk wurde 1912 gebaut. Von Varel bis nach Dangast am Jadebusen sind es 8 km, von Varel bis zum Vareler Hafen 3 km. Man findet die Landschaften Geest, Marsch, Moor und Watt in Varel und Umgebung.

Ferdinand Hardekopf hatte keine gute Erinnerung an Varel. In einer Buchbesprechung von 1910 verspottete er seinen Geburtsort: ,,Der Romancier W. Hegeler entstammt dem oldenburgischen Städtchen Varel, einer jener Siedlungen, in denen es nach Nordseekrabben und kleinbürgerlicher Achtbarkeit riecht, deren Straßen vom beizenden Rauch des Moorbrennens verdüstert sind, und die beanspruchen, am Meere zu liegen, während man doch weit wandern muß, ehe man den Jadebusen entdeckt: diese bescheidene Filiale der Nordsee, die bei Ebbe nichts als eine trübe Ewigkeit feuchten Schlammes ist."

Damals waren die Leute im Moor sehr arm und es gab noch keinen Kunstdünger. Deshalb zündeten sie im Frühjahr das Moor an und säten in die fruchtbare Asche Buchweizen. Aus dem Mehl backten sie Pfannkuchen oder sie kochten Brei daraus. Wenn dann beim Moorbrennen der Wind zur Stadt wehte, roch alles nach Rauch. Die Menschen lebten oft wochenlang im Rauch. Vielleicht musste Ferdinand Hardekopf sogar bei dem Qualm seine Schularbeiten machen. Heute ist das Moorbrennen verboten.
 
 

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Das Geburtshaus befindet sich in der Innenstadt Varels in der Nebbsallee 2. Die Familie Hardekopf führte dort von 1875-1891 ein Weißwaren-, Band- und Garngeschäft.
 
 
Dies ist ein Ausschnitt von einer alten Ansichtskarte. Man sieht vorne rechts das Haus Nebbsallee 2 und ein kleines Stück von einem Ladenfenster. Links steht noch eine Gaslaterne. Die Aufnahme muss vor 1912 gemacht worden sein, weil erst 1912 das Elektrizitätswerk gebaut wurde.

 
So sah das Geburtshaus um 1950 aus. Es wurde inzwischen umgebaut und enthält zwei Geschäfte mit getrennten Eingängen.

 
So sieht das Haus heute aus. Es wurde wieder umgebaut. In dem Haus wohnt Nadine aus unserer Klasse. 

 
Im Katasteramt zeigte uns Herr Padeken eine ganz alte Karte, die er aus dem Archiv holte. Auf der Karte konnten wir sehen, dass das Grundstück Nebbsallee 2 vorher nicht bebaut war. Es gehörte zum Marienlustgarten. Das Haus wurde 1856/57 gebaut. 

 

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Ferdinand Hardekopf besuchte von 1883-1887 die Vorschule und die Realschule in der Osterstraße in Varel. Dann besuchte er das Großherzogliche Gymnasium in Oldenburg.
 
 

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Zu seinem 111. Geburtstag wurde an seinem Geburtshaus in der Nebbsallee 2 eine Gedenktafel angebracht. Es fand auch eine Gedenkfeier im Lothar-Meyer Gymnasium zu Ehren von Ferdinand Hardekopf statt. Sie wurde vom Antiquariat Lehmann und dem Heimatverein durchgeführt.
 
 

Das ist die Gedenktafel. Sie wurde 1987 angebracht.

 

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Über Ferdinand Hardekopf erschienen in Varel mehrere Zeitungsartikel. Sie haben folgende Überschriften:


In dem Buch „Varel - Stadt zwischen Wald und Meer“ von Gerd Lüpke und Willy Hinck (2. Auflage von 1993) steht der Name Ferdinand Hardekopf in dem Kapitel „Vareler Autoren früher und heute“ auf S. 59: Eine Gedenktafel am Hause Nebbsallee 2 erinnert an den in Varel geborenen Lyriker Ferdinand Hardekopf (1876-1954). In der 1. Auflage von 1981 stand sein Name noch nicht.

In der Stadtbibliothek in Varel gibt es keine Bücher von Ferdinand Hardekopf.

Im Antiquariat Lehmann & Cons. in Varel kann man Bücher von Ferdinand Hardekopf ansehen und kaufen.
 
 

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Ferdinand Hardekopf ist in Varel nicht sehr bekannt. Bei unserer Umfrage fragten wir 257 Leute in der Stadt nach Ferdinand Hardekopf. 210 Leute wussten nichts über Ferdinand Hardekopf. Es wussten nur 34, dass er ein Dichter war. 26, dass er in Varel geboren ist. 10, dass er ein Übersetzer war. 22, dass sich eine Gedenktafel am Haus Nebbsallee 2 befindet. 6, dass er 1954 gestorben ist. Den Leuten, die nichts über Ferdinand Hardekopf wussten, haben wir etwas über ihn erzählt.
 

Wir hoffen, dass Ferdinand Hardekopf durch den "Literatur@tlas Niedersachsen" ein bisschen bekannter wird.


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