Der Streit um Stolbergs Konversion:

Stolbergs Konversion löste heftige Reaktionen aus:

Ein anonymes Flugblatt gegen Stolberg wird in Umlauf gebracht; Jacobi, Goethe, Schiller und viele andere seiner Freunde und Verwandten wenden sich von ihm ab.

Am schärfsten reagiert Johann Heinrich Voß, einstiger Weggenosse und Freund aus dem Göttinger Hain: 1819 (also lange nach Stolbergs Konversion 1800) verfasst er die Streitschrift: "Wie ward Fritz Stolberg ein Unfreier?" und löst einen der grimmigsten Kämpfe der deutschen Literatur aus.

Stolbergs eigene Antwort kurz vor seinem Tode blieb Fragment, sein protestantisch gebliebener Bruder Christian vollendete die "Kurze Abfertigung der langen Schmähschrift des Hofraths Voß wider ihn". Eine lange Folge erbitterter Kontroversen, an der fast das ganze geistige Deutschland beteiligt war, war ausgelöst.

Die meisten stellten sich auf Stolbergs Seite, selbst Goethe schrieb:

"Dichtung und Wahrheit"

Voß contra Stolberg! Ein Prozeß
von ganz besonderm Wesen,
ganz eigner Art; mir ist indes,
das hätt` ich schon gelesen

Mir wird unfrei, mir wird unfroh,
wie zwischen Glut und Welle,
als läs` ich ein Capitulo
in Dantes grauser Hölle
Stolbergs Ruhestätte...