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Wenn das Wollgras blüht

Gülbahar, Leo, Anna, Anna-Lena und Iris: Bei unserem nächsten Besuch im Moor war der Tag grau und windig. Vorsichtshalber hatten wir unsere Regenjacken an und natürlich Gummistiefel.
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An dem Moorteich, der auch unser Langzeitbeobachtungsplatz ist, wollten wir Frösche beobachten und hofften, dass sie "blau vor Liebe" sind. Auf Zehenspitzen sind wir um den Teich geschlichen und haben uns gute Beobachtungsplätze gesucht.

[ "Wo sind sie denn?" ]

Einige haben sich auf den Bauch gelegt, um gut ins Wasser hineinschauen zu können. Auf einmal stiegen Luftblasen hoch und wir haben schnell Fotos gemacht, ehe sie zerplatzten. Aber wir haben leider keine blauen Frösche gesehen, es zeigte sich überhaupt kein Frosch. Es war wohl zu windig, wie Frau Meyer meinte, aber sie fand an einer Uferstelle Froschlaich und daneben eine Menge Kaulquappen. Sie nahm die Hände voll und zeigte uns die winzigen schwarzen Schwänzchen. Sie waren wohl gerade erst geschlüpft.

Wir konnten auch beobachten, dass sich der Teich seit unserem ersten Besuch vor zwei Monaten schon verändert hatte. Das dürre Schilf zeigte schon grüne Spitzen. Das Torfmoos war an vielen Stellen schon dichter und größer geworden. Etwa zwei Meter vom Ufer entfernt fanden wir Gewölle einer Eule und daneben lag ein Haufen Froschlaich. Über diesen Fund haben wir uns so unsere Gedanken gemacht.

Auf dem Weg zurück zum Haus lagen noch mehr kleinere Eulengewölle. Sie sahen aus wie getrockneter Hundekot. Frau Buerschaper hat uns erklärt, dass die Eule gerne Mäuse frisst, aber auch Frösche und kleine Schlangen. Was sie nicht verdauen kann, würgt sie zurück in ihren Schlund, wickelt es ein und würgt es durch den Schnabel wieder heraus. Wir haben alle Gewölle eingesammelt und mitgenommen. Dann zeigte uns Frau Meyer, wo die Eule wohnt, über einem Balken im Giebel des Hauses. An dieser Stelle lagen auch noch kleine Gewölle. In der Schule haben wir eine Woche später die Gewölle auseinandergenommen und haben Knöchelchen, Mäusezähne, Mausefell und Schlangenhaut darin entdeckt.

Auch unser Wollgras hatte sich verändert. Die Blüten waren ausgeblüht und hingen verwelkt an den Stielen. Die Büschel hatten frische grüne Gräser bekommen.

Dann sind wir noch den Skulpturenpfad gegangen. Der Goldenstedter Künstler Uwe Oswald hat diese Holzfiguren geschnitzt. Sie sind größer als ein Mensch und stellen verschiedene Tiere des Moores dar: Frösche, Libellen, Schlangen, den Brachvogel und noch mehr. Man muss aber genau hinschauen, wenn man diese Figuren entdecken will.