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Gewölle neben Froschlaich
Eine Geschichte von Anna-Lena

Es war nachts, im Moor war es kalt und zu dieser Zeit auch gruselig und um es so zu sagen: das "totgeglaubte Moor" erwachte wieder. Die Eule Eulalia drehte ihre Runden über dem meerweiten Moor.
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Die Eule Eulalia war nicht die einzige, die im Moor auf Futtersuche war. Denn auch die Moorfroschfrau Froschlippe wollte Futter ergattern. Eulalia entdeckte die Moorfroschfrau neunundzwanzig Minuten später.

Froschlippe ahnte ja nicht, was die Eule vorhatte. Diese machte einen lautlosen Sturzflug und die schwangere Moorfroschfrau wurde prompt aufgefressen. Dabei verlor sie ihre Eier kurzfristig in der Speiseröhre der Eule und lebte nach zwölf Sekunden nicht mehr. Eulalia jedoch freute sich nicht über die Eier und würgte sie zurück in ihren Schlund. In Rekordzeit hüllte sie den unverdaulichen Fraß in Gewölle und spuckte es aus.

Aber nicht alle ihre Eier hatte die Moorfroschfrau in die Speiseröhre der Eule gelegt. Etwas weiter, etwa zwanzig Sekunden entfernt vom Gewölle, lagen achtzehn unversehrte Froscheier. Fürsorgliche Menschlein sammelten sie ein und warfen sie in den nahen Moortümpel.

Nun entstehen daraus wieder kleine Frösche. Und die Eule Eulalia dreht vielleicht heute noch ihre Futtersuchrunden im "totgeglaubten Moor", das wieder erwacht.

Die Nacht im Moor
Eine Geschichte von Andrea, Josephine, Anna-Lena, Anna und Sebastian

Am 23. Juni unternahmen wir unternahmen wir unsere letzte Fahrt ins Moor. Wir trafen uns nachmittags auf dem Parkplatz der Schule und einige Eltern brachten uns zum Moor. Als wir ankamen regnete es, und wir mussten uns erst beim Bahnhof unterstellen. Als es dann aufhörte, schleppten wir unsere Sachen in den Schafstall. .
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Dieser Schafstall liegt etwas abseits vom "Haus im Moor". Ich hatte gedacht, da läge Stroh auf dem Boden, aber er war gepflastert. Zuerst stellten wir zwei Tische mit Bänken auf die rechte Seite des Raumes, die übrigen Bänke räumten wir weg. Dann legten wir unsere Isomatten aus und pumpten die Luftmatratzen auf. Es war etwas eng, aber schließlich fanden doch alle einen Platz. Die Rucksäcke stellten wir an das Kopfende unseres Schlafplatzes. Frau Meyer brachte noch eine Lampe und zeigte uns die Toilette im Moorbahnhof.

Dann sagte Frau Buerschaper, wir sollten unsere Fotoapparate mitnehmen, denn wir wollten eine Wanderung machen. Sie habe gehört, irgendwo in einem Waldstück solle ein schöner See sein - den wollten wir suchen.

Wir gingen ins Moor hinein, am Wegrand wuchsen viele Binsenbüschel. Frau Buerschaper zeigte uns, wie man daraus ein "Katzenstühlchen" flechten kann. Wir kamen an ein Waldstück. Da es einen festen Weg gab, gingen wir in den Wald. Am Weg wuchs sehr hoher Farn, er war größer als wir. Hier machten wir einige Gruppenfotos.

[ Das letzte Gruppenfoto ]

Als der Weg endete, waren wir wieder mitten im Moor. Den See haben wir nicht gefunden. An den Schienen der Moorbahn entlang gingen wir zurück. Am Waldrand wuchsen Kronsbeeren und Frau Buerschaper sagte uns, wenn wir schon rote finden, dürften wir sie essen. Die Beeren schmeckten etwas herb, aber ich mochte sie wohl. Wir haben zwischen den Schienen eine tote Eidechse gefunden und kurze Zeit später entdeckte Dorothea eine Libelle. Ich hatte das Gefühl, dass ein Flügel beschädigt war. Die Libelle nahmen wir mit in den Schafstall, und dort bauten wir ihr ein kleines Gehege aus Blättern und Stöckchen in einer Zahnbürstenkappe. Später setzten wir sie draußen an einen Grashalm. Am nächsten Morgen war sie weg.

Nach dem Spaziergang haben wir unsere Langzeitbeobachtungsplätze aufgesucht. Der Teich war fast ganz bedeckt mit Pflanzen. Das Schilf war gewachsen. Interessant waren die Rohrkolben, einige blühten, andere hatten schon Kolben gebildet, und an zwei Stellen gab es noch alte Samenstände vom vorigen Jahr. Das Wollgras sah traurig aus. Das Gras wurde schon gelb und die langen Stängel waren kahl. Wir sind auch noch einmal auf den Aussichtsturm gestiegen. Alisa hat sich an einem Pfosten gestoßen und bekam eine dicke Beule. Dann sind wir zum Spielplatz gegangen. Hier gibt es eine Eisenbahn aus Baumstämmen, Iglus aus Weiden und Röhren, durch die man kriechen kann. Wir spielten amerikanisches Ticken. Das geht eigentlich wie normales Ticken, nur der Ticker muss eine Hand auf die Stelle legen, wo er getickt worden ist. Es hat Spaß gemacht.

[ Bild "Ticken im Moor" ]

Außer uns war niemand mehr im Moor. Es fing an zu regnen und wir gingen zum Schafstall zurück. Dort aßen wir dann Abendbrot, jeder hatte sich sein Essen mitgebracht. Nach dem Abendbrot durften wir uns auf unsere Schlafplätze setzen oder legen, und Frau Buerschaper hat uns die Gespenster- und Vampirgeschichten aus ihrem Buch "Blaubeerblut" vorgelesen. Die Geschichten waren gar nicht gruselig, aber lustig und gingen alle gut aus.

Dann haben wir uns wieder an die Tische gesetzt und Haiku geschrieben. Frau Buerschaper hatte schöne Karten mitgebracht, und einige haben die fertigen Gedichte auf die Karten geschrieben. Wir haben eine Schnur von einem Balken zum anderen gespannt und die Gedichte dort mit Büroklammern aufgehängt.

Endlich wurde es dämmrig und wir konnten zu unserer Nachtwanderung aufbrechen. Der Himmel war mit Wolken bedeckt, und so wurde es rasch dunkler. Wir wanderten auf einem breiten Weg durch die vernässten Moorflächen. Mir fiel auf, dass die Wasserflächen nach Westen hin noch hell waren, während die auf der anderen Seite ganz schwarz aussahen. Die ganze Zeit hörten wir die Möwen schreien. Endlich kamen wir an einer Wasserfläche vorbei, auf der eine ganze Schar herumschwamm. Manchmal flog der ganze Schwarm auf und kreiste dicht über dem Wasser. Dann ließ er sich wieder herunterfallen. Einige Möwen verfolgten uns und schrien über unseren Köpfen.

Wir bogen nach links ab und Frau Buerschaper meinte, wir seien jetzt auf dem Rückweg. Das war auch gut, denn bald fing es wieder an zu regnen und wir beeilten uns. Es war fast Mitternacht, als wir endlich im Schafstall waren und uns in unsere Schlafsäcke kuscheln konnten. Frau Buerschaper hat uns dann noch das Märchen von der Moorhexe vorgelesen und dann haben wir geschlafen.

Am nächsten Morgen wurde ich um 7 Uhr wach. Ich musste zur Toilette und meine Freundin wollte auch mit. Alle anderen schliefen noch. Leise krochen wir aus den Schlafsäcken und schlichen aus dem Schafstall. Draußen war es kalt und es regnete. Frau Buerschaper meinte, es sei gar kein Wetter für einen Morgenspaziergang und so krochen wir rasch wieder in unseren warmen Schlafsack. Gegen 7.30 Uhr wurden auch nach und nach die anderen wach. Wir gingen immer zu zweit zum Waschen und wer fertig war fing an, sein Bett zusammenzurollen. Um 8.30 Uhr kamen zwei Mütter und ein Vater und brachten uns Frühstück. Es gab frische Brötchen mit Nutella, Marmelade und Käse. Mit dem gemeinsamen Frühstück war unsere "Nacht im Moor" zu Ende. Auch wenn es geregnet hat, es war super!