„Der Markt ist klein, in der Mitte steht ein Springbrunnen, dessen Wasser sich in ein großes Metallbecken ergießt. Bei Feuersbrünsten wird darangeschlagen; es gibt dann einen weitschallenden Ton. Man weiß nichts von dem Ursprunge dieses Beckens.“

Der Marktplatz heute

Es ist ein einigermaßen warmer Frühlingstag auf dem Marktplatz, es befinden sich hier ca. 40 Menschen. Die meisten scheinen Touristen zu sein, die durch ihre Fotoapparate und an den Stadtplänen in ihren Händen erkennbar sind. Plötzlich bleiben einige Leute stehen. Das läßt darauf schließen, dass es drei Uhr ist - das Glockenspiel beginnt. Es erzählt die Geschichte des Goslarer Bergbaus von der Zeit des Ritter Ramm bis in die Zeit um 1950 und stellt die verschiedenen Arbeitsmethoden im Erzbergwerk dar. Der Steinboden, der den Markplatz überzieht, ist vom Muster her so gestaltet, dass er auf die Mitte, den Marktbrunnen, zuführt. Wenn das Glockenspiel vorüber ist, leert sich der Marktplatz rasant, es schlendern jetzt noch ca. 20 Leute über den Platz. Das sonst so gut besuchte Restaurant und Hotel „Kaiserworth“ scheinen heute wie ausgestorben dazuliegen. Wir beobachten weiterhin, dass es meist alte Leute oder Familien mit Kindern sind, die hier entlang gehen. Es ist ein kontinuierliches Kommen und Gehen einzelner Personen.
Marktplatz

Der Marktplatz früher
Früher war der Marktplatz überzogen mit Steinplatten, die die früher offenen Fahrwegwasser, durch die die ganze Stadt entwässert wurde, abgedeckt worden sind. er 1834 vom Eingang der Worthstrasse versetzte Marktbrunnen war durch Pfeiler mit Eisenketten geschützt und von zwei Öllampen flankiert. Das Rathaus präsentierte sich mit glatten Putz, in den Arkaden ist der hintere Teil für einen Ausschank abgeteilt. Rechts stand das „Bruns`sche Haus“ mit Treppeneingang und Schaufenstern zum Markt hin. Den Marktbrunnen zierten seit 1876 vier mächtige Gaskandelaber, die Steinumrandung war viereckig und ein zweistufiger Tritt sollte bei der Wasserentnahme den Wochenmarktbeschickern helfen. Pfeiler und Ketten waren zeitweilig verschwunden und der Brunnenadler schaute respektlos am Rathaus vorbei in Richtung Schaufenster des Bruns`schen Hauses. Später wandte sich der Brunnenadler wieder dem Rathaus zu, denn Schaufenster und Hauseingang des „Bruns`schen Hauses“ waren verschwunden.


Der Marktplatz bei Regen während des Glockenspiels

Der Markt füllt sich innerhalb weniger Minuten mit Touristen und Reisegruppen. Sie schauen sich das Glockenspiel an, das die Geschichte des Goslarer Bergbaus zeigt. Obwohl es regnet, sind doch ca.100 Touristen anwesend. Sie schützen sich vor dem Regen, indem sie sich entweder unter den Arkaden des Rathauses unterstellen, oder einen Regenschirm benutzten. Die Stimmung ist aber nicht so gut, weil ein Goslarbesuch bei Regen wohl nicht so viel Spaß macht. Kaum ist das Glockenspiel zu Ende, leert sich der Markt wieder innerhalb von wenigen Minuten. Nur ein paar Touristengruppen, die sich wahrscheinlich während ihrer Stadtführung das Glockenspiel angesehen haben, bleiben noch etwas länger auf dem Marktplatz stehen, um dann ihre Führung fortzusetzen.

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