Umfrage


 


Am 29. 02.2000 haben wir, einige Schülerinnen der Klasse 10s, auf dem Marktplatz in Melle und ein paar Tage zuvor im Gymnasium Melle eine Umfrage zu Ilse Losa durchgeführt, um den Bekanntheitsgrad in Melle heraus zu finden.

Nach der Auswertung der Umfrage stellten wir fest, dass die meisten Bürger sie nicht kennen, unabhängig davon, ob sie aus Buer, Ilse Losas früherem Wohnort, aus Melle oder aus der weiteren Umgebung kommen.

Wir haben insgesamt 104 Meller Bürger befragt, 64 Frauen und 40 Männer. 30% der Teilnehmerinnen, die befragt wurden, war Ilse Losa bekannt. Die meisten, die sie kennen, sind schon über 50 Jahre alt. Die Mehrheit hat durch Bekannte, durch Medien und durch den evangelischen Literaturkreis Melle von ihr erfahren.

Lediglich 18% der Teilnehmer wussten mit ihrem Namen etwas anzufangen. Die meisten Männer, die sie kennen, sind, ebenso wie die befragten Frauen, über 50 Jahre alt. Die Mehrheit hat ebenfalls durch Bekannte und durch Medien von ihr erfahren.

Einer Frau mittleren Alters war zu entnehmen, dass sie Ilse Losa persönlich kennt, eine Frau über 50 Jahre kannte ihre Mutter, ein Mann über 50 Jahre einen Bruder Ilse Losas, wobei ihm der Name entfallen ist.

Hauptsächlich jüngere Personen konnten mit Ilse Losas Namen nichts anfangen. Hier ist ein deutlicher Unterschied zwischen den Frauen und den Männern zu erkennen. Bei den Männern unter 30 Jahren sind es 71%, die kein Interesse haben etwas über Ilse Losa zu erfahren. 71% der Frauen unter 30 Jahren zeigen Interesse daran, mehr über Ilse Losa zu erfahren. Die Mehrheit gibt als Grund die nationalsozialistische Teit an. Ein Großteil der Befragten interessiert sich für sie, da sie aus der Meller Umgebung kommt.

Vor einigen Jahren gab es Diskussionen um die Namensgebung der Orientierungsstufe, Grund und Hauptschule in Buer. Anfangs standen viele Namen zur Auswahl. Letztlich musste zwischen Lindenschule und Ilse Losa Schule entschieden werden. Zu diesem Anlass gab es eine Gesamtkonferenz, an der Schüler, Eltern, Lehrer und Vertreter der Stadt teilnahmen.

Die Teilnehmer, die für die Benennung der Schule nach der Autorin waren, gaben als Hauptargumente an, dass Ilse Losa die ersten sechs Jahre ihres Lebens in Buer gewohnt habe, ihre Eltern dort auf dem jüdischen Friedhof begraben seien und sie so einen großen Bezug zu diesem Dorf habe.

Die andere Seite hielt dagegen, dass der Name Ilse Losas für viele Bewohner kein Begriff mehr sei, da sie erst in Portugal zu einer angesehen Schriftstellerin geworden sei und in Buer bzw. Melle nur eine durchschnittliche Bürgerin gewesen sei. Ein anderer Grund war, dass die Problematik der nationalsozialistischen Zeit vor allem den Kindern der Grundschule noch nicht nahegebracht werden könne. Somit sei es sehr schwer den Schülern den Grund der Namensgebung zu erläutern. Außerdem gebe es zu wenig Unterrichtsstoff zu der Autorin, da erst einige ihrer Bücher ins Deutsche übersetzt worden seien. Trotzdem nahm man sich vor, dieses Thema in der Schule aufzuarbeiten, um ihren Bekanntheitsgrad in Melle zu erhöhen.

Hätte man der Schule den Namen Ilse Losas gegeben, wäre sie den Meller Bürgern heute wahrscheinlich um einiges bekannter.
 


von: Elisabeth Budde, Dorothea Uhlen, Julia Rüngling, Anna Lena Lorenz und Susanne Mithöfer

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