Biographie

 

20.03.1913 

Ilse Lieblich wird in Buer, Kreis Melle, in der Nähe von Osnabrück , geboren

Ilse verbringt ihre ersten sechs Lebensjahre bei ihren Großeltern Fanny und Josef Lieblich in Buer

Der religiös orientierte Großvater nimmt sie mit in die Synagoge, deren Grundstück an das der Großeltern grenzt  
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1919 Ilse kehrt zu ihren Eltern nach Melle zurück, weil sie in die Grönenberg-Schule( Volksschule heute Grundschule an der Grönenbergstraße ) in Melle eingeschult wird
Ihr Vater (Arthur Lieblich), ist Pferdehändler und ihre Mutter (Hedwig Lieblich), Hausfrau            
Sie hat zwei jüngere Brüder, Ernst und Fritz
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1921 Ihr Großvater stirbt
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1928

Ilse muss nach dem Tod ihres Vaters, der an Leberkrebs stirbt, das Gymnasium verlassen. Ihr Vater wird auf dem jüdischen Friedhof in Buer beigesetzt.

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1930

Ilse zieht mit ihren Eltern nach Hildesheim

Sie geht als Au-pair Mädchen nach England
Die Mutter eröffnet eine Pension
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1932/33 Ilse arbeitet in Hannover in einem Krankenhaus
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1933 Sie muss nach Hitlers Machtantritt das Krankenhaus verlassen. Daraufhin geht sie nach Berlin, um dort als Sprechstundenhilfe eines jüdischen Arztes und später in einem Versicherungsbüro zu arbeiten.
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1934 Die Pension muss aufgegeben werden

Die Gestapo lädt Ilse aufgrund eines  beschlagnahmten Briefes, in dem sie Kritik an Hitler geäußert hat, zum Verhör vor 

Die blonde Ilse soll sich nach sechs Tagen wieder melden - eine eindeutige Drohung, die verstanden wird. Sie nutzt diese Zeit um nach Porto (Nordportugal) zu fliehen
Dort leben bereits ihr älterer Bruder und ihr Onkel
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1935 heiratet Ilse Lieblich den späteren Architekten Armenio Losa. Aus dieser Ehe gehen zwei Töchter hervor.

Sie bekommt die portugiesische Staatsangehörigkeit

In den fünfziger Jahren übernimmt sie die Leitung eines Kindergartens
1937 Für zwei Jahre bekommt sie eine Gastprofessur für den Bereich Kinderliteratur zur Ausbildung von Grundschullehrern  an der Fachhochschule Porto
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1936 Ihre Großmutter stirbt
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1949 schreibt sie "Die Welt in der ich lebte" ( O mundo em que vivi )
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1951 Sie kommt zum ersten Mal wieder nach Deutschland und auch nach Melle
1959

folgt "Rio sem Ponte" ( Fluß ohne Brücke )

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1962 schreibt sie "Unter fremden Himmeln"

Sie arbeitet als Verlagslektorin und übersetzt Werke bekannter Schriftsteller (Bertolt Brecht, Thomas Mann, Anne Frank) ins Portugiesische und auch portugiesische Werke ins Deutsche; außerdem schreibt sie für Zeitungen.

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1967 Veröffentlichung der Anthologie "Das versunkene Schiff" in der DDR ( Sob cens estrankes )
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1982 Ilse bekommt für das beste Kinderbuch den "Gulbenkian - Preis" (wichtiger portugiesischer Literaturpreis)
1987 wird ihr Jugendbuch "Das gestohlene Bild" von der Internationalen Jugendbibliothek in München ausgezeichnet. 
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1990  "Die Welt in der ich lebte" erscheint in Deutschland. Sie kommt nach Melle um am 8.10. eine Lesung zu halten
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1991 "Unter fremden Himmeln" erscheint in Deutschland
- Ihr wird das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD verliehen
1992 "Tagträume und Erzählungen der Nacht" werden in  Deutschland veröffentlicht.

 Noch heute leben Ilse Losa und ihr Bruder in Porto

 von: Sebastian Tebbe, Petra Oberjohann, Stella Nolte, Andrea Henseler

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