Der Fürst spricht
 
Inhaltsangabe

"Der Fürst spricht" spielt im Schloss des Fürsten während des Tages der Ankunft des neuen Verwalters, den der Fürst erwartet, nachdem der alte Verwalter gestorben ist.

Der Hofmeister tritt in des Fürsten Zimmer, um ihm den neuen Verwalter anzukündigen. Zwischen dem Hofmeister und dem Fürsten entsteht ein Streit, da jener den neuen Verwalter bereits in der Nacht empfangen und ihm sein Zimmer zugewiesen hat. Der Fürst fühlt sich vom Hofmeister hintergangen und befürchtet, dass Hofmeister und Verwalter bereits befreundet sind.

In der anschließenden Unterhaltung des Fürsten mit dem neuen Verwalter bekennt der Fürst seine Verlorenheit. Im Mittelpunkt des Bekenntnisses steht die Geschichte von einem Hund, den der Fürst eines Nachts im Hof sah, schließlich mitnahm und versorgte. Der Hund verschwand, nachdem der Fürst noch einmal seine Pfote hinter einer Tonne im Hof gesehen hat, auf ungeklärte Weise. In dem Verschwinden sieht der Fürst eine Gefahr, die er in seiner Umgebung vermutet, vor allen Dingen im Hofmeister, der ihn angeblich verfolge und belausche.

Während der Unterredung erfindet der neue Verwalter schließlich, was der Fürst von ihm hören will: der Hofmeister habe ihn in der vorherigen Nacht bedrängt. Ein Diener teilt den beiden außerdem mit, der Hofmeister habe sich erhängt.

Der Fürst ernennt den neuer Verwalter nun zum Hofmeister.

Bereits zu Beginn des Romanes wollte der Fürst mit dem neuen Verwalter eine Kutschfahrt machen, um ihm das Reich zu zeigen. Da er jedoch die Lust daran verliert, schickt er den Kutscher allein los. Dieser geht in die erste Kneipe und besäuft sich. Die Rückkehr des Kutschers wird folgendermaßen beschrieben:

[...]

Der Kutscher stieg mühsam vom Kutschbock hinunter, torkelte zu den Pferden hin, die mit ihren Schweifen schlugen und drückte einem Schimmel seinen Mund auf die Nüstern. Dann wischte er sich mit dem Ärmel über sein Gesicht und seine Mütze fiel in den Sand. Mit der Hand tastete er sich über sein Haar, beugte sich, indem er sich mit den Händen auf den Knien abstützte, und blickte schwankend auf die Mütze hinunter. Aus dem Schloß lief ein Mädchen auf ihn zu. Es war Maria. Sie nahm ihn an ihre Seite und der Kutscher begann zu singen. So führte sie ihn in das Schloß. Dann kam sie wieder heraus, hob die Mütze vom Boden auf, klopfte den Hals eines der Pferde und blickte zum Fenster hinauf, hinter dem der Fürst stand.

Der Fürst wich zur Seite.

(S.77)

Sibylle Draber
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