Interpretation / Aussage zu
"Feuersalamander"
 

Die Aussagen des Buches sind versteckt, sichtbar kann man nicht sagen, "weil es ja keine direkte Aussage gibt", so Bremer wörtlich. Die Frage nach dem "Warum?" ersetzt diese. Kann man doch zuerst beinahe Mitleid mit Stefan empfinden, so wird schnell klar, dass allein seine Zwiespältigkeit Schuld an der ganzen Misere ist. Der Schriftsteller scheitert, gegensätzlich zu seinen eigenen Behauptungen, nicht am Umfeld, sondern an sich selbst. "Wir wohnen in einem Käfig" schreibt er. Dies ist eine Metapher für das gesamte Buch, verdeutlicht es doch die Kernthese: Die Figur lebt von Anfang an in einem Käfig der eigenen Wünsche, aus dem sie nicht entkommen kann. Für Bremer ist dies "die Lächerlichkeit des Lebens", die Lächerlichkeit also, in sich selbst genügend Widerstand zu hegen, sein Werk nicht fertig stellen zu können. Ist dies ein Appell an die Menschheit, die Fehler nicht bei anderen, sondern bei sich selbst zu suchen? In einem gewissen Sinne sicher schon, beschreibt Bremer das Scheitern des Protagonisten doch als das Auseinanderdriften zwischen dem "Wunschbild und seinem Realbild", welche, außer der zweiten Silbe, nichts gemeinsam haben.

Axel Hildebrand
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