Die Figuren aus
"Einer der einzog das Leben zu ordnen"
 

Die zwei Hauptpersonen des Romans sind der Herr und sein Diener, zwischen denen sich eine Beziehung entwickelt. Dabei muss erwähnt werden, dass diese Beziehung und deren Verlauf sich nur im Kopf des jungen Herrn abspielt. Herr und Diener bleiben während des gesamten Buches auf Distanz und finden nicht wirklich zueinander. Durch die Vorstellungen des Herrn werden einige surreale Elemente hinein gebracht, durch die der Leser sich nicht verwirren lassen darf.

Der Herr wohnt allein und ist mit dieser Situation überfordert. Von seinem Beruf erfährt man ebenso wenig wie von seinen Hobbys. Es wird erwähnt, dass er gedanklich oft in andere Welten abschweift. Er hat noch einen relativ engen Bezug zu seinen Eltern, die, genau wie er zuvor, auf dem Lande leben.

Der Diener arbeitete bereits für andere Herren, von denen er dem jungen Mann auch berichtet. Außer von seinen Tätigkeiten erzählt er viel von seinem vorherigen Leben und muntert den Mann damit auf. Mit diesen Geschichten nimmt er ihm seine vorherrschende Einsamkeit. Er fungiert also als "gute Seele" in dem Roman, die der junge Mann braucht, um seinem Alltag zu entfliehen, auch wenn diese Flucht sich nur auf einen kurzen Zeitraum beschränkt.

Er sollte sich im Vorfeld klar darüber werden, welche Erwartungen er an einen Herrn und einen Diener hat. Von einem Herrn meint man, er sei autoritär, (erfolg-)reich, selbstsicher und distanziert sich zu seinen Angestellten und Untergebenen. Ein Diener sollte gehorsam, diszipliniert, eigenständig, arbeitsam, ruhig und unauffällig sein. Jan Peter Bremer kehrt die erwartete "Rollenverteilung" von Herr und Diener um und schafft dadurch zu dem Staub eine zusätzliche Unordnung.

Sibylle Draber
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