Einleitung

Theodor Lessing lebte von 1872 bis 1933 und galt `Gestern` als ein moderner Mann. In seiner Schaffensperiode nutzte er die zur Verfügung stehenden Medien, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Er veröffentlichte viele Feuilletons und Essays in vielen verschiedenen Zeitungen. Im Rahmen dieses Schulprojekts wollen wir einen Mann vorstellen, der in unserer Heimatstadt Hannover nicht nur aufgewachsen ist, sondern auch seine politische Sturm- und Drangzeit erlebte, die er auch als Professor an der Universität nicht immer unterdrücken konnte. 

Aus seinen autobiographischen Porträts lernt man ihn als einen Mann der Vernunft und des sachlichen Verstandes kennen. Messerscharf kritisiert er, mit klarem Blick für die menschliche Natur und einem größeren Weitblick als so viele seiner Zeitgenossen. So erkennt er schon sehr früh die Maschinerie, Ideologie und die verheerende Allgewalt der zu Beginn des 20. Jh. in Deutschland drohenden Nazivorherrschaft. Über welche politischen Themen Theodor Lessing heute berichten würde, wissen wir nicht, aber eins wissen wir: er würde schreiben und außerdem ein modernes Medium wie das Internet nutzen, um sich wiederum  bei einer breiten Masse Gehör zu verschaffen.

  Seine Ideale: hätte man den kleinen Theodor als 7jährigen gefragt, „Was willst du werden?“, wäre er nicht um die Antwort verlegen gewesen: „König von Hannover“. Hannover war seine Heimatstadt. Sie war, als er geboren wurde, erst seit wenigen Jahren preußisch. Bismarck hatte den letzten König von Hannover abgesetzt. Damit hatte sein Vater seine Stellung als Arzt verloren. Theodors Meinung nach hatte Bismarck also ungerecht gehandelt und sein Plan stand fest, wenn er groß wäre, würde er Bismarck zum Duell fordern und im Zweikampf besiegen. Daraufhin übte er sich auf dem Schulhof an der Prinzenstraße. Er dachte an Bismarck, wenn er mit dem langen Ludwig Bähr rang. Er spuckte ihm schnell ins Gesicht und während er „Schwein“ sagte und sein Schnupftuch hervorzog, stellte er ihm ein Bein und brachte ihn zur Strecke.

Das war Theodor Lessing als 7jähriger. In seinem weiteren Leben wird er vielen Menschen begegnen, die ihm  ein Bein stellen, um ihn  zum Fallen zu bringen.