Interview


Welches Ihrer Bücher ist Ihnen besonders wichtig?

Jetzt das letzte. Ich habe große Teile meines Lebens darin verarbeitet. Es hat z.B. tatsächlich einen holländischen Fremdarbeiter in meinem Leben gegeben. An die Fluchtgeschichte, die ich als Vier- bis Fünfjähriger erlebte, kann ich mich noch gut erinnern. Der Holländer hieß allerdings nicht Scheerstra, wie im Roman, sondern Scherbarth. Er hat meinen Bruder und mich auf seinen Schultern hundert Kilometer aus Pommern nach Stettin getragen, geschleppt.

Haben Sie ihn nie wieder getroffen ?

Leider nie. Ich habe lange nach ihm gesucht, jetzt schon seit dreißig Jahren. Aber es ist ein Kindheitstraum von mir geblieben, ihn wieder zu sehen – und das habe ich in diesem Roman verarbeitet.

Wie kommt man überhaupt auf Ideen für ein Buch?

Ich  schreibe gerne und lass meine Fantasie dabei spielen. Natürlich schreibt man immer irgendwie von sich selbst. Man fängt bei dem an, was man selbst erlebt hat, das kann man ja auch am besten beschreiben. Für „Frostfieber“ habe ich mir vorher einen groben Plan mit verschiedenen Erzählebenen gemacht.

Wie lange brauchen Sie für ein Buch oder ein Theaterstück?

Für „Frostfieber“ habe ich etwa sieben Monate gebraucht, weil ich ja noch Lehrer am Gymnasium Eversten in Oldenburg bin und das Schreiben eigentlich so nebenbei mache. Aber ich kann mich sehr gut beim Schreiben von der Schule erholen – und bei der Schularbeit wieder vom Schreiben. Den Wechsel liebe ich eigentlich sehr. Ein Theaterstück geht schneller, zwei bis drei Monate. Ein Hörspiel dauert auch etwa drei Monate.

Wieso sind Sie  Schriftsteller geworden?

Weil es mir Spaß macht zu schreiben Es macht mir auch Spaß zu unterrichten und mit Schülern  zusammen zu sein. In der Schule genieße ich die Gemeinschaft mit euch, den Schülern. Ich mag aber gerne den Wechsel. Wenn viele Menschen um mich sind, so wie jetzt, dann mag ich es anschließend auch wieder mal gerne, stundenlang ganz alleine zu sein und die Fantasie schweifen zu lassen. Dann lebt man in einer ganz anderen Welt. Manchmal ist es schwer, da wieder heraus zu kommen – und wieder Schule zu machen. Aber der Wechsel ist ganz reizvoll.

Haben Sie selbst als Schüler schon geschrieben ?

Ja, ich habe Tagebuch geschrieben’ und in der Schule sehr gerne Aufsätze !

Schreiben Sie lieber in Platt- oder in Hochdeutsch ?

Das ist mir eigentlich egal. Ich kann beides. Ich bin ja in Ostfriesland zweisprachig aufgewachsen und wechsle auch gerne zwischen beiden Sprachen hin und her.

Haben Sie auch Kinder- und Jugendbücher geschrieben ?

Ja, das heißt, genauer gesagt: Jugend-Theaterstücke und Spielszenen für die Schule und zwar auch auf Hoch und Platt. Meine allererste Veröffentlichung vor 21 Jahren war das plattdeutsche Stück „Tanker up Schiet“, in dem es um Ölverschmutzung in der Nordsee geht. Das Stück wurde übrigens an der OS Friedrichsfehn uraufgeführt.