Herbstnebel

Ringsum die Flut verhüllt,
Dunstig und grau. -
Das sind die Schleier feucht
Der Nebelfrau .-
Schattenhaft ragen auf
Sträucher und Baum.
Auf meiner Seele liegt
Ein schwerer Traum.
Zitternde Träne hängt
Am dürren Kraut.
Krächzend aus grauem Meer
Dringt Vogellaut.
Heimliches Raunen rings:
"Sommer ist tot!"
Gütiger Gott! Was bringt
Uns Winternot?

Herbsttag

Oktobertag. Die Wolken fliehn,
Der Himmel blauschimmernde Seide,
Des Herbstes lodernde Farben glühn:
Festflammen auf brauner Heide.
Am Brombeerstrauch das Purpurblatt
Umschmeichelt die glänzende Beere,
Am Heidekraut träumt bleich und matt
Verspätete Blütenähre.
Die Birke im goldenen Königsgewand
Wiegt zitternd die schwankenden Zweige.
der schlummernde Wind hebt müde die Hand
und stimmt die Spielmannsgeige.
Er richtet sich auf und harft und geigt
In den Föhren, den dunklen, herben
Und alles neigt sich und lauscht und schweigt
Dem Lied vom großen Sterben.