Preisverleihung in der JVA Celle

Am 01. August 2001 fand die Preisverleihung für die Preisträger von der Realschule der JVA-Celle statt. Im Rahmen der 2. Runde des Literatur@tlas überreichten der Niedersächsische Justizminister Prof. Dr. Christian Pfeiffer und der Autor Burkhard Driest einen Preis an die Mitglieder der Literaturgruppe.


Das Literaturprojekt der JVA Celle: Als die zweite Runde des Literatur@tlas Niedersachsen ausgeschrieben wurde, war die Literaturgruppe des Realschulkurses der JVA Celle die erste Projektgruppe, die ihre Anmeldung einreichte.

Die Anmeldung war in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Der Realschulkurs fand im Rahmen der Erwachsenenbil-
dung einer JVA statt und die Gruppe setzte sich aus fünf Gefangenen sowie zwei Bediensteten der Anstalt zusam-
men.

Den lokalen Anknüpfungspunkt für das Thema fand die Literaturgruppe in der Person des Autors Burkhard Driest. Der Autor hatte in seinem Roman "Die Verrohung des Franz Blum" seine persönlichen Erfahrungen im Ge-
fängnisalltag zusammengefasst. Nachdem Driest 1965 eine Bank überfallen hatte, verbüßte er bis 1968 eine Zuchthausstrafe in der JVA Celle. Erst danach wurde er als Autor von über 50 Drehbüchern für Film und Fernsehen und als Schauspieler berühmt.

Der Projektbeitrag des Realschulkurses der JVA Celle überzeugte die Jury durch eine gelungene Darstellung und Präsentation des Lebens und Werks des Autors.
Der Beitrag wurde mit dem Preis des Niedersächsischen Justizministers Prof. Dr. Christian Pfeiffer ausgezeichnet.

Da die Gefangenen an der Preisverleihung nicht hatten teilnehmen können, fand am 1. August 2001 eine eigene Feierstunde in der JVA Celle statt. Eine ganz besondere Atmosphäre erhielt die Veran-
staltung durch die Anwesenheit des Autors Burkhard Driest und des Niedersächsischen Justizministers Prof. Dr. Christian Pfeiffer.

Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit den Mitglie-
dern der Projektgruppe stellte sich heraus, dass die Be-
gegnung zwischen Driest und Pfeiffer ein Wiedersehen zwischen alten Freunden war: Beide hatten sich in den 70er Jahren kennen gelernt und viele Abende mitein-
ander verbracht, "meist in einer griechischen Kneipe, in der man auch den Komponisten Theodorakis traf, und die angefüllt war mit griechischen Widerstandskämpfern". In der anschließenden Feierstunde trug einer der Gefangenen ein
Gedicht vor.


Für die Literaturgruppe gab es neben dem Lob des Ministers einen Sachpreis. Überreicht wurden ein Laptop sowie 500 DM für dessen Betrieb.